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Kurt Weill Fest Dessau

in Anhaltisches Theater Dessau
Uraufführung/Premiere am 05. März 2010
Das Kurt Weill Fest in Dessau widmet sich unter dem Motto „New Art is True Art“ der Entstehung neuer Kompositionen und der Auseinandersetzung mit dem Thema Stadt. Es nimmt dabei Bezug auf die Internationale Bauausstellung (IBA) und beleuchtet urbane Räume in Konzerten, Filmen und Ausstellungen. Ein Höhepunkt des Festivals ist die szenische Produktion des Weill-Musicals „One Touch of Venus“.

Das Motto des Kurt Weill Festes, „New Art is True Art“, nimmt Bezug auf die Entstehung neuer Kompositionen, die sich formal und ästhetisch der Gattung des Songspiels verpflichtet fühlen. Das Festival verweist mit der Suche nach substantiell Neuem auch auf die in Sachsen-Anhalt stattfindende Internationale Bauausstellung (IBA), die sich, ausgehend von Dessau-Roßlau, dem Thema „Neue Perspektiven im demografischen Wandel“ widmet und Fragestellungen zu Stadtumbau und Reduktion aufwirft.

Als inoffizielle Ouvertüre zur IBA nutzt das Kurt Weill Fest die Möglichkeit, Überlegungen zum Thema Stadt in verschiedenen Programmpunkten des Festivals einfließen zu lassen; so z.B. in einem Konzert des MDR Sinfonieorchesters, in dem Kompositionen G. Gershwins, F. Delius und K. Weills erklingen. Im Fall von Weills Werken „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ (daraus erklingt die Suite) und „Der neue Orpheus“ steht das Thema „Stadt“ unter sehr kritischer Betrachtung, während in den Werken von F. Delius und G. Gershwin die Vertonung des urbanen Raums und Lebens mal verträumt und mal beschwingt ist. Dirigiert wird dieses außergewöhnliche Programm von der britischen Dirigentin Sian Edwards, die als eine der Führenden ihrer Zunft gilt und als erste Frau eine Produktion am Londoner Opernhaus Covent Garden leitete.

Weiterhin nehmen Sonderführungen der Stiftung Bauhaus und des Stadtgeschichtlichen Museums einen starken Bezug zum Wandel im städtischen Raum und erzählen spannende Geschichten zu 400 Jahren Dessauer Stadtgeschichte. Film-Hommagen über die Stadt Berlin werden gezeigt. Der Film „Berlin. Die Sinfonie der Großstadt“ von Walther Ruttmann stammt aus dem Jahr 1927 und erzählt, der Spannungskurve einer Sinfonie folgend, einen Tag in der Großstadt. Thomas Schadts Film von 2002 „Berlin. Sinfonie einer Großstadt“, dessen Filmmusik vom Artist-in-Residence Helmut Oehring stammt, gilt als Neuinterpretation des Ruttmann-Klassikers und setzt diesen thematisch und stilistisch in der Gegenwart fort. Der Beitrag des renommierten Musikwissenschaftlers Martin Elste mit dem Titel „Organisiertes Getöse“ ist als Konzerteinführung zum nachfolgenden MDR Konzert gedacht und wird ein Panorama des Städtischen in der Musik präsentieren.

One Touch of Venus

Als große szenische Produktion wird beim kommenden Kurt Weill Fest das Weill-Musical „One Touch of Venus“ realisiert, womit sich der Kreis zum Motto des Festivals wieder schließt. Dank der großartigen Kooperation, die das Festival seit Jahren mit dem Anhaltischen Theater Dessau pflegt, gelingt es nun, gemeinsam mit dem neuen Generalintendanten André Bücker und dessen Team, dieses in Deutschland lange nicht gespielte Werk des „amerikanischen Weill“ zu präsentieren. Die musikalische Komödie, in der gesellschaftskritisch und mit satirischer Schärfe das Göttinnendasein mit der Wirklichkeit der kleinbürgerlichen Hausfrauenrolle kontrastiert wird, erlebte nach ihrer New Yorker Premiere im Jahr 1943 mehr als 560 Aufführungen in Folge. Bis heute gehören die daraus stammenden Songs wie „Speak Low“ und „That’s Him“ zu den Standards der großen klassischen amerikanischen Songs.

Die Dessauer Produktion feiert ihre Premiere mit der österreichischen Sopranistin Ute Gfrerer in der Hauptrolle, die bereits beim Kurt Weill Fest 2009 in der Eröffnungsproduktion „Die Sieben Todsünden“ in der Rolle der Anna vom Publikum bejubelt und von der Presse hoch gelobt wurde. Neben dem für seine Weill-Interpretationen international gefeierten amerikanischen Dirigenten James Holmes werden sowohl die Tanzcompaney, der Chor als auch die Solisten des Theaters in dieser Produktion zu erleben sein. Unterstützt wird diese umfangreiche Produktion durch die Kurt Weill Foundation for Music, seit 1993 treuer Partner des Festivals.

Im Rahmen des Programms wird die Ausstellung „Kreuzweg“ des in Berlin lebenden Malers und Grafikers Hagen Klennert gezeigt. Hierbei handelt es sich um grafische Arbeiten, die in Anlehnung an Kompositionen von Helmut Oehring in den letzten Jahren entstanden sind.

Artist-in-Residence Helmut Oehring war als Komponist-Autodidakt Meisterschüler von Georg Katzer an der Berliner Akademie der Künste, zu deren Mitglied er 2005 gewählt wurde. Seitdem erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Bis heute umfasst sein Schaffen rund 160 Werke: Solowerke, Orchesterkompositionen, Opern und Musiktheaterwerke, Theater- und Filmmusik, Liederzyklen u.a.

Mitwirkende

Ute Gfrerer(Sänger/in)
James Holmes(Musikalische Leitung)

Spielzeiten

Freitag, 05. März 2010 (Premiere / Uraufführung)
Samstag, 06. März 2010

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