Das Theaterfestival „Lessingtage – Um alles in der Welt“ fand bereits zum ersten Mal statt und beschäftigte sich in nationalen und internationalen Gastspielen mit einer Frage, die schon Gotthold Ephraim Lessing vor über 200 Jahren stellte: Wie könnte Verständigung von Kulturen und Religionen im Großen und Kleinen möglich sein?
Auch in diesem Jahr sind Gastspiele aus vielen Ländern dieser Welt zu sehen! Darüber hinaus sind Weltenreisen ein zentrales Thema des Festivals. Das Thalia Theater begibt sich in zahlreichen Eigenproduktionen wie „Faust“, „Merlin“, „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“ oder „Don Quijote“ auf Zeitreisen, Phantasiereisen und Reisen ins Ich, stets auf der Suche nach den vielfältigen Formen von Mobilität und der eigenen Identität in einer solch mannigfaltigen, global vernetzten Welt. Das Festival geht hinaus in die Stadt, sei es auf einer Barkasse, die mit auf eine Reise um die Welt nehmen wird oder bei einem der vielen Lessingspaziergänge und soziokulturellen Projekte in und von Hamburg.
Der große Auftakt der Lessingtage versucht, das Buch des deutsch-iranischen Schriftstellers Navid Kermani („Dein Name“) – einen unendlichen Roman von über 1200 Seiten, der zwischen Orient und Okzident oszilliert – mit der Ausstellung „Wunder“ in Kontakt zu bringen. Schauspieler, Künstler, Persönlichkeiten des Thalia Theaters und aus der ganzen Stadt werden das Buch wie auch die „Wunder“-Ausstellung in einem großen gemeinsamen Happening zum Klingen bringen. Mit „Emilia Galotti“ in der Inszenierung von Maco Štorman gibt es zudem eine Lessing-Premiere zur Eröffnung des Festivals.
Am Ende des Festivals steht zum dritten Mal die „Lange Nacht der Weltreligionen“, die sich diesmal mit Schöpfungsmythen in den verschiedenen Religionen beschäftigen wird. Sie fragt, wie sich in tiefer Vorzeit die Menschen verschiedenster Kulturen den Anfang von allem, die Menschwerdung des Menschen vorgestellt haben.
In über 60 nationalen und internationalen Veranstaltungen wird das Festival in seinem dritten Jahr noch bunter und ereignisreicher.
Thalia Pfadfinder – Generation II
Zehn junge Erwachsene mit Zuwanderungsgeschichten haben an dem Programm „Thalia Pfadfinder“ teilgenommen. Sie haben drei Monate lang das Thalia Theater erforscht. In neun Workshops zu Goethes „Faust“, dem Urstoff des europäischen Theaterkanons, geleitet von profunden Theaterpraktikern, haben sie zeitgenössisches Theater kennen gelernt. Ihnen steht nun das Schreiben des Lessingtagesblogs bevor.
Die Pfadfinder möchten sich persönlich vorstellen und über ihre gesammelten Erfahrungen berichten. Intendant Joachim Lux und Senator Detlef Scheele überreichen feierlich die Lessingpässe, die einen freien Eintritt zu allen Vorstellungen und Veranstaltungen des Festivals ermöglichen, und stellen sich den Fragen der Pfadfinder nach Migration, Heimat und Kunst.
Der „Lessingtage-Blog“ ist auf der Thalia-Homepage zu lesen.
Die Generalversammlung der Welt
世界的会员大会
Jede wirklich neue Idee überfordert zunächst das Vorstellungsvermögen. Der Chinese Lobo Chan reist um die Welt und verkündet eine gewaltige Idee: 2050 – inzwischen leben 9 Milliarden Menschen auf der Erde und sie alle versammeln sich in Australien. Gefährlich, unmöglich, unsinnig? Die Vision macht den Mut zur Utopie erfahrbar.
Lobo Chan wird mit Hilfe einer Architektin und eines Übersetzers seine Pläne vorstellen, 9 Milliarden Menschen an einem Ort zu versammeln und wird damit den Geist und den Mut zum Handeln entzünden. Sein poetischer Vortrag beschreibt das Unmögliche.

