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Tanzerbe: Tanzfestival im Rahmen der Maifestspiele

Uraufführung/Premiere am 03. Mai 2014
Das Tanzfestival Tanzerbe widmet sich den großen Choreografen des 20. Jahrhunderts und ihrem künstlerischen Erbe. Es präsentiert Schlüsselwerke des Tanzerbes, ergänzt durch Filme und Vorträge. Die Reihe beleuchtet die Entwicklung des modernen Bühnentanzes und seine prägenden Persönlichkeiten.

Tanzerbe: Das Tanzfestival verschreibt sich im Rahmen der Maifestspiele den großen Choreografen des 20. Jahrhunderts und ihrem Erbe.

Unter dem Titel Tanzerbe präsentiert das Tanzfestival im Rahmen der Internationalen Maifestspiele vier verschiedene Schlüsselwerke des Tanzerbes des 20. Jahrhunderts, ergänzt durch Filme und Vorträge. Als Auftakt der großen Meister des modernen Bühnentanzes gibt es ein Wiedersehen mit Choreograf Lin Hwai-min (2012 vom ITI als weltbester Choreograf gewürdigt) und dem Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan und seinem berühmten Stück Songs of the Wanderers. Der taiwanesische Meisterchoreograf verwandelt uralte Riten in pulsierenden Tanz und zeigt eine Welt voller meditativer Schönheit begleitet vom renommierten georgischen Rustavi Männerchor. Ein besonderes Tanzerbe verkörpert Germaine Acogny aus dem Senegal, die Ikone und Pionierin des modernen afrikanischen Tanzes. Sie präsentiert ihr Solo-Programm Songook Yaakaar und ihre Choreografie Afro-Dites. Als fulminantes Finale der Maifestspiele kommt das Tanztheater Vollmond von Pina Bausch, das spielerisch beginnt, ungezügelt wild endet und die Darsteller bis zur Verausgabung tanzen lässt. Zusammen mit Stephan Thoss‘ Loops and Lines vom Staatstheater Wiesbaden (gemeinsam mit dem Ensemble Modern) sind das vier Kompanien, die sich mit dem Tanzerbe des 20. Jahrhunderts beschäftigen. Tanzfilme und Installationen sowie ein Vortragsprogramm ergänzen das Thema.

Songs of the Wanderers: Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan von Lin Hwai-min

Nach Moon Water, Bamboo Dream, Cursive und Wild Cursive zeigt die berühmteste Tanzkompanie Asiens Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan von Lin Hwai-min endlich die legendäre Choreografie, mit der sie ihren internationalen Ruf begründete: Songs of the Wanderers. Der taiwanesische Meisterchoreograf Lin Hwai-min verwandelt uralte Riten in pulsierenden Tanz. Der Choreograf schafft eine Welt voller meditativer Schönheit, unterstützt vom live singenden, stimmgewaltigen Rustavi Chor aus Georgien. Aus Bergen von Reiskörnern entstehen ständig wechselnde Landschaften, während sie wie ein goldener Vorhang auf die Bühne strömen. So entstehen Bilder von atemberaubender Schönheit.

Songook Yaakaar (Die Hoffnung herausfordern)/ Afro-Dites/Kaddu Jigeen!

(Stimme der Frauen) von Germaine Acogny (Senegal)

Germaine Acogny ist die Ikone und Pionierin des modernen afrikanischen Tanzes. In einem Ausschnitt aus ihrem Solo Songook Yaakaar präsentiert sie ihr eigenes Afrika und zeigt dessen Hoffnung. Im zweiten Stück erzählt Aphrodite, die Göttin der Liebe, in der Gestalt von neun senegalesischen Tänzerinnen ihre afrikanische Geschichte. Kaddu Jigeen, die ‚Stimme der Frauen‘ Afrikas, die so viel zu sagen hat und so selten zu vernehmen ist: Germaine und Patrick Acogny haben ihr Gehör verschafft. Die Choreografen konfrontieren ihre lebensfrohe, ironische und kritische Befragung widersprüchlicher Zeiterscheinungen in ihrem Land mit rituellen Beschwörungstänzen. Sie zeigen damit eine afrikanische Gesellschaft im Umbruch und in der kulturellen Zerreißprobe zwischen Tradition und Moderne.

Vollmond vom Tanztheater Wuppertal Pina Bausch

Niemand verkörpert das Tanzerbe des 20. Jahrhundert so sehr wie Pina Bausch mit ihrem epochalen Tanztheater. Vollmond zeigt ihre Kunst in voller Blüte. Vollmond und Nacht, Wasser auf der Bühne, ein riesiger Felsen und die ausdrucksstarken Tänzer des Tanztheaters Wuppertal – mehr braucht es nicht für eines der großen Werke von Pina Bausch. Männer und Frauen sind einander verfallen, suchen fieberhaft nach der Liebe: der Kampf der Geschlechter als Zentrum der Beziehungen. So spielerisch das Stück beginnt, so wild und ungezügelt wird es gegen Ende, wenn die Darsteller bis zur Verausgabung tanzen. Nach Ten Chi zum zweiten Mal bei den Internationalen Maifestspielen zu Gast, gibt die weltweit führende Tanztheater-Kompanie eines ihrer seltenen Deutschland-Gastspiele.

Loops and Lines von Stephan Thoss mit dem Ensemble Modern

Warum bewegen wir uns? Was bringt uns dazu und warum bewegen wir uns so und nicht anders? Den Zusammenhang zwischen innerer Motivation und äußerem Körpergeschehen bewusst zu machen, war die Lebensaufgabe von Rudolf von Laban. Stephan Thoss zeigt in seinem Ballettabend Loops and Lines, wie sehr Labans Theorien in der praktischen Lebenswelt verankert sind. Das Tanzerbe wird in Stephan Thoss‘ ganz persönlicher Prägung zum Ausgangspunkt für zeitgenössischen Tanz. Die Internationalen Maifestspiele greifen das Thema Tanzerbe in einer Reihe von Veranstaltungen auf, die von der Sondervorstellung Loops and Lines mit einer exklusiven Lecture Demonstration von Stephan Thoss eröffnet wird.

Rahmenprogramm

Pina ‒ Eine Fotoausstellung von Walter Vogel

In Zusammenarbeit mit der Pina Bausch Foundation und dem forumwissenschaft+kunst.

Die Ausstellung „Pina“ zeigt sehr persönliche und nahe Momentaufnahmen der jungen Tänzerin Pina Bausch von Fotograf Walter Vogel. Die beiden begegneten sich in der renommierten Folkwang-Schule in Essen, wo Vogel die Fotoklasse besuchte. Über einen längeren Zeitraum entstehen Porträt- und Modefotos der Tanzstudentin Bausch.

Mehrere Jahrzehnte ruhen die Aufnahmen im Archiv des Fotografen, bis sie mit der Publikation des Buches „Pina“ veröffentlicht werden.

Zur Eröffnung der Jubiläumsspielzeit „Pina 40” wurden die Aufnahmen erstmals in einer Fotoausstellung gezeigt. Im Rahmen der Internationalen Maifestspiele werden die 45 Schwarz/Weiss-Fotografien nun noch einmal präsentiert, bevor sie Bestand des Archivs der Pina Bausch Foundation werden.

Zur Ausstellungseröffnung werden der Fotograf Walter Vogel und Salomon Bausch, Vorstand der Pina Bausch Foundation, anwesend sein.

Vortrag: Tanzerbe von Dr. Dorion Weickmann

Was das Erbe für den modernen Tanz bedeutet, wo die Wurzeln liegen und was daraus entsteht und entstehen kann, darüber wird die Tanzkritikerin Weickmann referieren. Dr. Dorion Weickmann arbeitet als Tanzkritikerin u.a. für die Süddeutsche Zeitung, tanz und Die Zeit. Sie ist Autorin des Buchs „Tanz – die Muttersprache des Menschen“, in dem Geschichte, Entstehung und Formen des Tanzens beschrieben werden.

Tanzfilm Abende in Kooperation mit der Murnau Stiftung

Jede Kunst, auch die Tanzkunst, sollte ihre Vergangenheit kennen. Um das Erbe des modernen Tanzes im 20. Jahrhundert bewusst zu machen, das ganz selbstverständlich Teil unseres Lebens geworden ist, hat die Kulturstiftung des Bundes den „Tanzfonds Erbe” ins Leben gerufen. Den Themenkomplex des lebendigen künstlerischen Erbes greifen die Internationalen Maifestspiele mit der Reihe „Tanzerbe” in Zusammenarbeit mit einem Filmtheater an einem Abend in unterschiedlichen Tanzfilmen auf. Zwischen den Filmen finden Gespräche mit den anwesenden Künstlern statt. Anschließend wird mit Künstlern, Machern und dem Publikum gefeiert.

Tanzerbe Filmabend

Mary Wigman – die Seele des Tanzes von Christof Debler und Norbert Busé, D/USA

Der Choreograf Stephan Thoss und Le Sacre du Printemps ein Film von Ralf Peter Post, D

Cassa Cassa: Tanzbegegnungen Afrikas in der École des Sables

Produktion: Association Jant-Bi, Regie: Élodie Lefebvre, Musik: Aymeric de Tapol, Senegal

Flashdance I Regie: Adriane Lyne. Musik: Giorgio Moroder, USA

Pina Tanzfilmabend

Pina - ein Film für Pina Bausch von Wim Wenders, D/F, 3D

Warten auf Pina – ein Film von Birgit Adler-Conrad, D

Tanzträume - Jugendliche tanzen Kontakthof – Ein Stück von Pina Bausch

Dokumentation von Anne Linsel und Rainer Hoffmann, D

(Wiederholung) Pina, 3D

Zwischen den Filmen gibt es Diskussionen mit anwesenden Filmproduzenten, Choreografen und Tänzern. Der Abend wird moderiert.

Tanz in der Jungen Woche

Chicks for Money and Nothing for Free (15+) von hetKIP/Kopergietery (Belgien)

In einer Mischung aus Tanz, Performance und Bewegungstheater probieren fünf junge Männer in Chicks for money and nothing for free das echte Glücklichsein, frei von Äußerlichkeiten. Mit unbändiger Energie und vollem Körpereinsatz erzählen sie ihre Geschichte. Sie schlagen sich auf die Brust wie Schimpansen, werfen sich verzweifelt in den Kampf, (de)konstruieren Männlichkeitsbilder. Zwischen Männlichkeitsgesten, Unmengen von Rasierschaum und gitarrenbegleiteten Songs entwerfen die Performer Jungsträume voller ansteckender Energie, immer auf der Suche nach einer idealen Welt, in der alles möglich ist.

Monchichi (9+) von Compagnie Sébastien Ramirez (Frankreich/ Deutschland)

Monchichi erzählt auf wunderbare Weise von Fremdheit, der Suche nach der eigenen Identität und natürlich von Liebe. Sébastien Ramirez und Hyun-Jung Wang, er mit spanischen Wurzeln in Südfrankreich aufgewachsen, sie als Tochter koreanischer Eltern in Deutschland geboren, haben auch tänzerisch eine höchst unterschiedliche Herkunft: Ramirez ein B-Boy, Wang mit klassischer Tanzausbildung, beide jedoch mit offenem Blick für andere Tanzstile und mit viel Experimentierfreude ausgestattet. Monchichi ist eine Liebeserklärung an den Tanz, ein Statement gegen Intoleranz und zugleich Exempel für die großen Chancen, die Gegensätze bieten.

Mitwirkende

Lin Hwai-min(Choreografie)
Germaine Acogny(Choreografie)
Stephan Thoss(Choreografie)
Pina Bausch(Choreografie)

Spielzeiten

Samstag, 03. Mai 2014
Sonntag, 04. Mai 2014

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