Die Ruhrtriennale legt im dritten und abschließenden Jahr unter der künstlerischen Leitung von Heiner Goebbels den Fokus auf grenzauflösende Uraufführungen und Neuinszenierungen internationaler Künstlerinnen und Künstler. Im Zentrum stehen große Musiktheaterproduktionen, die Bildende Kunst, Theater, Tanz, Performance, Film und Konzert. Über 150 Veranstaltungen in 4 Städten mit 14 Spielstätten und rund 1.000 nationalen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern, ca. 30 Produktionen - davon mehr als die Hälfte Uraufführungen, Neuproduktionen und Deutschlandpremieren - sowie Konzerte und Künstlergespräche verwandeln die herausragenden Industriedenkmäler der Region in einzigartige Aufführungsorte für zeitgenössische Kunst.
Die Ruhrtriennale wurde mit Louis Andriessens Musiktheaterarbeit De Materie eröffnet, inszeniert vom künstlerischen Leiter der Ruhrtriennale Heiner Goebbels und seinem Team. Besucher konnten erste Schritte auf der frei zugänglichen Installation Melt wagen. Der von Urbane Künste Ruhr für die Ruhrtriennale produzierte 70m lange bewegliche, interaktive Laufsteg aus Aluminiumplatten von cantoni crescenti wurde im Beisein der Künstler von Kulturministerin Ute Schäfer eröffnet.
Das Programm umfasste öffentliche Ausstellungseröffnungen, darunter Harun Farockis und Antje Ehmanns Videoinstallation Eine Einstellung zur Arbeit sowie die Filmarbeit Levée von Choreograf Boris Charmatz und Filmemacher César Vayssié. Romeo Castellucci präsentierte die Weltpremiere seiner Inszenierung von Le Sacre du Printemps mit 40 Maschinen, die Knochenstaub zum Tanzen bringen. Zudem zeigte Anne Teresa De Keersmaeker die Uraufführung von Verklärte Nacht, einem Pas de Deux mit der Musik von Arnold Schönberg. Ein Nachtkonzert mit Morton Feldmans For Philip Guston, gespielt vom Ensemble Modern, bot ein besonderes Erlebnis.
Heiner Goebbels und Louis Andriessen trafen sich zum ersten tumbletalk. Begleitend dazu gab es weitere Vorstellungen von Le Sacre du Printemps, De Materie und Verklärte Nacht.
Die Konzertreihe begann mit einem klassischen Konzert des bosnischen Gitarristen und Lautinisten Edin Karamazov, der das Publikum mit einem Solo-Recital in die deutsche, französische und italienische Lautenmusik des 17. und 18. Jahrhunderts einführte.
Das Programm umfasste die Uraufführung von Boris Nikitins Sänger ohne Schatten, bei der drei Opernsänger dreier Generationen und ein Pianist das Publikum an ihrem Beruf und ihrer Biografie teilhaben ließen. Der Pop- und Avantgardemusiker Matthew Herbert präsentierte in zwei Konzerten die Geschichte von 20 Pianos aus aller Welt. Ein weiterer tumbletalk war Harun Farocki gewidmet.

