Soll die Macht der Majorität herrschen oder der Geist der Elite? Ist Mensch gleich Mensch und darum Stimme gleich Stimme? In Form einer grotesken Parabel erkunden Karin Beier und ihr Ensemble kollektive Harmonien und Dissonanzen. Wer trägt Verantwortung für den Zustand von Gesellschaften, wie entwickeln sich destruktive Energien? Ein komisches, abgründiges Spiel vom Fragen über unsere vernachlässigte Demokratie.
'Kein Licht.': Die Havarie des Atomkraftwerks Fukushima ist noch im Gange, die Auswirkungen sind unabsehbar, auch weil die Informationspolitik der Betreiberfirma und der Behörden äußerst lückenhaft ist. Diesem Schweigen, das auch ein Totschweigen von gegenwärtigen und künftigen Opfern ist, setzt Elfriede Jelinek ihren neuen Theatertext 'Kein Licht.' entgegen. Es ist die Fortsetzung ihres Werkzyklus über die Katastrophenanfälligkeit menschlicher Technik, die das antike Fatum abgelöst hat. Ein un-heimlicher Text, der in alptraumhafter Präzision beschreibt, wie sich uns das Furchtbare der Katastrophe unaufhörlich nähert und gleichzeitig verbirgt. Etwas Schreckliches ist geschehen, aber innere und äußere Kälte treiben uns weiter voran. Sehen und Hören sind verlorengegangen und 'Kein Wort rührt uns an'.

