Enrico Ashton, ein verarmter schottischer Adliger, will seine Schwester Lucia mit dem vermögenden Lord Bucklaw verheiraten. Lucia trifft sich jedoch heimlich mit Edgardo von Ravenwood, dem verschollen geglaubten Rivalen ihres Bruders. Als dies herauskommt, zwingt Enrico seine Schwester mit einer List dazu, in die Hochzeit mit Lord Bucklaw einzuwilligen. Enrico fordert Edgardo zum Duell, währenddessen ersticht Lucia in der Hochzeitsnacht in einem Anfall von Wahnsinn ihren Bräutigam und stirbt kurz darauf. Edgardo wählt den Freitod, als ihn die Nachricht vom Ableben Lucias erreicht.
Donizetti gestaltete neben der bildmächtigen Todesvision der Lucia vor allem den Augenblick ihrer Umnachtung nach dem Gattenmord in der Hochzeitsnacht durch betörenden Koloraturengesang derart packend aus, dass er sich gleichsam zum Idealbild einer opernhaften „Wahnsinnsszene“ verfestigte.

