Büchners »Woyzeck« ist ein unvollendetes Drama, in dem die Verbundenheiten der Figuren versanden und ihre Ausbruchsversuche unerfüllt bleiben. Die Sprache scheint durch ein rätselhaftes Sieb gefallen, was die Fragen nach der Unvermeidlichkeit von Woyzecks Mord aufwirft.
Allein der Mord, den Woyzeck begeht, ist endgültig. Aber ist er unvermeidlich?
Christopher Rüping, der in Frankfurt zuletzt »Der große Gatsby« inszenierte, radikalisiert in seiner »Woyzeck«-Adaption diese Frage und initiiert einen riskanten Eingriff an den offenen Herzen derjenigen, die den von Büchner skizzierten Menschenversuch auf der Bühne in die Tat umsetzen.