Carlo Goldoni spielt in seiner Komödie „Der Lügner“ mit einer Versuchung, die so alt ist wie die Sprache selbst. Wir alle lügen, im Kleinen wie im Großen, um Konflikten auszuweichen, besser dazustehen oder ein Erlebnis im Nachhinein noch ein wenig spannender zu machen.
Großen Lügnern wird oft auch nach ihrer Überführung noch eine gewisse Anerkennung zuerkannt. In der Bewunderung des Lügners zeigt sich, dass wir alle mit den Grundbegriffen seiner Kunst vertraut sind - wir sind Amateure und er ist der Meister.
Die Hochstapelei und das Theater sind wesensverwandt. Beide leben von der Illusion. Beide verlangen Tempo, Witz und immer neue Einfälle, um die Lüge nicht auffliegen zu lassen und das Spiel mit der Wahrheit nicht zu beenden.