Faust schwankt zwischen Anmaßung und Verzweiflung. Sein Leben ist bestimmt von der Suche nach dem, »was die Welt im Innersten zusammenhält«. Als ihm klar wird, dass er als Wissenschaftler an seine Grenzen gestoßen ist, schließt er einen Pakt mit dem teuflischen Mephisto. Der macht ihm deutlich, dass es ein Leben außerhalb des Labors und der Studierstube gibt. Nach einer Verjüngungskur lernt der Forscher Faust die junge Margarete kennen, die ihm an emotionaler Intelligenz weit überlegen ist. Sie liebt ihn. Und sie wird daran zugrunde gehen, dass Faust sich nicht zu ihr bekennt.
Goethes Faust-Tragödie bedient sich einer mittelalterlichen Geschichte. Das Stück gehört zum Kanon des Bildungsbürgertums und gilt als das meistzitierte deutschsprachige Drama. Was sagt uns dieses Stück heute, im 21. Jahrhundert? Wie stellt sich Wissen im Internetzeitalter dar? Taugt die Titelfigur Faust noch als Vorbild? Und die ewige Gretchenfrage: Wie hat er’s mit der Religion?

