Medea flüchtet ins reiche Korinth und damit geradewegs in ein patriarchal-kapitalistisches System. Die Hetzjagd gegen sie beginnt, als sie sich der Anpassung verweigert und die vorhandenen Machtstrukturen entlarvt. Unter den Gesichtspunkten der aktuellen Flucht- und Migrationsbewegungen ist Christa Wolfs Szenario aktueller denn je und stellt die bis jetzt radikalste Korrektur des Medea-Mythos dar.
„Wenn unsere Kultur in Krisen gerät, fällt sie immer wieder auf das gleiche Verhalten zurück: die Schuld bei Außenseitern suchen, diese ausgrenzen, sie zu Sündenböcken stempeln.“ Christa Wolf in DIE ZEIT, 10/2007
Christa Wolf, geboren 1929 in Landsberg/Warthe (Gorzów Wielkopolski), gestorben am 1. Dezember 2011 in Berlin, gilt als eine der bedeutendsten Schriftstellerpersönlichkeiten der DDR. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Georg-Büchner-Preis, dem Thomas Mann Preis und dem Uwe-Johnson-Preis.
Julia Nina Kneussel, geboren in Wien, studierte Schauspiel am Gustav Mahler Konservatorium in Wien. Sie arbeitete als Schauspielerin und Regisseurin an verschiedenen Theatern und gewann Preise für ihre Inszenierungen. Julia Nina Kneussel lebt und arbeitet als freischaffende Regisseurin und Dozentin in Wien. www.leuchtkraft-theater-produktionen.com
Bühnenfassung: Julia Nina Kneussel, Martina Theissl
Regie: Julia Nina Kneussel
Dramaturgie: Martina Theissl
Musik: Markus Jakisic
Ausstattung: Caro Stark

