Willie ist schwerhörig und bewegt sich nur noch kriechend voran. Winnie steckt bis zur Brust im Boden – ein weiblicher Torso. Vor der Gewissheit ihres Untergangs flüchtet sie in das rastlos zelebrierte Ritual banaler Betätigungen: in nutzlose Verrichtungen des Alltags und in ein absurdes Spiel mit Gegenständen, die ihren Sinn verloren haben. Winnie kämmt sich die Haare, putzt sich die Zähne, besieht sich selbst im Spiegel – und ihr Fazit klingt forciert wohlgemut: „Keine Besserung, keine Verschlimmerung, keine Veränderung, keine Schmerzen.“
Ein Duft, ein Geräusch, eine Liedzeile aus den Operetten ihrer Jugend – all dies sorgt bei ihr für kurze Euphorie. So beschwören die Monologe ihrer Isolation mal den Glanz jedes einzelnen glücklichen Tags, mal balancieren sie am Rand des Schweigens, das ihren Ehemann Willie bereits umfängt. Auch seine seltenen Lebenszeichen erfüllen Winnie mit Hoffnungsblitzen, die binnen Sekunden verglühen. Ein tragikomisches Stück Weltliteratur und eine Nahaufnahme vom Ende der Zeit.

