Der Konflikt zwischen geistiger und sinnlicher Schönheitsliebe wiederholt sich in der Rivalität zwischen dem Ästheten Alviano und dem leidenschaftlichen Grafen Tamare um Carlotta, die schöne Tochter des Podestà und Malerin.
Der Selbsthass und die (Selbst-)Zerstörungswut der von ihren scheinbar schrankenlosen und doch so beschränkten Möglichkeiten überforderten Akteure bilden für Regisseur und Ausstatter Antony McDonald den Schlüssel zum Verständnis dieses grossartigen und rätselhaften Werks.
Die symbolistisch-expressionistische Musik lässt alle Facetten von Leidenschaft, Sehnsucht, Glück und Unglück schillern.
Die ‹Tragödie des hässlichen Mannes› war Ausgangspunkt für das Libretto, das Alexander Zemlinsky mit diesen Worten bei Franz Schreker bestellt hatte und welches dieser schliesslich selbst vertonte.
Grosse Sängerdarsteller sind in den Hauptrollen zu erleben: Tenor Andreas Conrad führte Engagements zuletzt u. a. an die Opéra National de Paris, die Metropolitan Opera, das New National Theater in Tokyo, die Wiener Staatsoper und zu den Bayreuther Festspielen, wo er in den letzten Jahren in der Partie des Mime im Ring des Nibelungen zu hören war. Mezzosopranistin Claude Eichenberger stand in der vergangenen Spielzeit als Ortrud in Lohengrin auf der St.Galler Bühne. Bariton Jordan Shanahan ist als ehemaliges Ensemblemitglied dem St.Galler Publikum bestens als Scarpia in Tosca, Escamillo in Carmen und Protector in Written on Skin bekannt. Die Musikalische Leitung liegt bei Dirigent Michael Balke. Regie und Ausstattung übernimmt Antony McDonald, der in St.Gallen bereits für die Kostüme in Macbeth verantwortlich zeichnete.
Dramaturgie Marius Bolten

