Die Erinnerung kann blinde Flecken in der eigenen Lebensgeschichte hinterlassen. Jesko Drescher, ein erfolgreicher Manager und Familienvater, wird durch eine Fotografie aus seiner Schulzeit aus der Bahn geworfen und begibt sich auf die Suche nach seinen früheren Mitschülern.
Eine ihm zugespielte Fotografie aus seiner Schulzeit im Internat wirft ihn buchstäblich aus der Bahn. Wer hat ihm das geschickt? Wie kam es zu dieser Nacktaufnahme?
Jeskos Leben gerät aus den Fugen. Er spürt seine früheren Mitschüler auf, die sehr unterschiedliche Strategien der »Vergangenheitsbewältigung« verfolgen: von totaler Leugnung und Verdrängung bis hin zur Selbstzerstörung. Wer möchte schon gerne ein Opfer sein? - Dann doch lieber die Deutungshoheit über den eigenen Werdegang behalten!
Thomas Melle, der mit seinem vieldiskutierten Roman ›Die Welt im Rücken‹ 2016 auf die Shortlist zum Deutschen Buchpreis kam, entwirft in ›Bilder von uns‹ eine vielstimmige Auseinandersetzung mit dem Vergessen, Verdrängen und der Anerkennung der Wahrheit. Was für die einen überlebensnotwendig erscheint, hat für die anderen tödliche Konsequenzen.