Die Geschichte eines Mannes, der zur Frau wird und mehr als 350 Jahre lebt, während er kaum altert. Virginia Woolfs Figur Orlando wechselt mühelos zwischen den Konzepten von Weiblichkeit und Männlichkeit und ist stets vom Gefühl verfolgt, fremd zu sein in der Welt.
Hier wird ihr Frausein zum Problem: Darf die weibliche Orlando Adelstitel und Besitztümer behalten? Weil sie sich in den literarischen Salons langweilt, treibt sie sich nachts in Männerkleidern auf den Straßen Londons herum. Schließlich heiratet sie und wird Mutter. Abermals fällt sie in Schlaf, aus dem sie 1928 erwacht: als berühmte Schriftstellerin im Alter von 36 Jahren.
Virginia Woolfs Figur Orlando wechselt scheinbar mühelos zwischen den Konzepten von Weiblichkeit und Männlichkeit – stets vom Gefühl verfolgt, fremd zu sein in der Welt. Es scheint, als habe Woolf einen Charakter geschaffen, den man heute als „queer“ bezeichnen würde – eine Person, die in keine gängigen Geschlechter-Schubladen passt. Und dann: Neuer Zeitsprung. Orlando, Florida, 12. Juni 2016. Ein Mann stürmt den von der queeren Community besuchten Nachtclub „Pulse“ und erschießt 49 Menschen.
Die Regisseurin Laura N. Junghanns nimmt den Roman und die zufällige Namensgleichheit mit der US-amerikanischen Stadt zum Anlass, um einen Theaterabend über Identitäten, Zuschreibungen und Kategorien wie Mehrheit und Minderheit zu entwickeln. Mit dabei live auf der Bühne: Die Dortmunder Band aniYo kore.