Dieses waghalsige Verwirrspiel fand tatsächlich statt: Aus dem jüdischen Schauspieler Leo Reuss wurde nach seinem Auftrittsverbot der arische, blonde, vollbärtige Naturbursche „Kaspar Brandhofer“, der als „Naturtalent“ aus den Bergen den Sprung auf die Bühne schafft. Auf Empfehlung von Max Reinhardt erhielt er bei Ernst Lothar ein Engagement und debütierte erfolgreich in der Schnitzler-Novelle "Fräulein Else". Doch bereits wenige Tage nach der Premiere flog die Verkleidung auf. Diese wahre Geschichte des Schauspielers Leo Reuss, der sich mittels falscher Identität in die „Löwengrube“ begab, diente als Ausgangspunkt für Felix Mitterers theatrale Zuspitzung.
Die Hauptfigur Arthur Kirsch alias Benedikt Höllrigl, so die Bühnennamen bei Mitterer, geht nicht nach Wien, sondern feiert seinen Triumph mitten im nationalsozialistischen Berlin. Der unbändige Wunsch nach Rache übersteigt dabei die rationale Beurteilung der Lage und Kirsch bringt somit nicht nur sich selbst, sondern auch seine Familie und Freunde in eine lebensbedrohliche Situation.
Felix Mitterer hat basierend auf der irrwitzigen historischen Geschichte "In der Löwengrube" geschrieben, anlässlich seines 70. Geburtstags inszeniert seine Lieblingsregisseurin Stephanie Mohr mit Florian Teichtmeister in der Hauptrolle.


