Die Sehnsucht nach einer unerreichbaren Heimat und das Hereinbrechen des abenteuerlichen Fernen in eine behütete Welt, Selbstaufopferung und Erlösung prägen Wagners vierte Oper. In ihren reichen Klangfarben, die Naturstimmungen und gleichermaßen Seelenbewegungen ausdrücken, steht sie an der Schwelle von der Nummernoper zum Musikdrama.
Richard Wagner (1813 –1883) prägte die Entwicklung der deutschen Oper wie kein zweiter und spaltete die Musikwelt in glühende Verehrer und Verächter. Nicht nur seine künstlerische Radikalität, sondern auch sein Antisemitismus und Größenwahn machten ihn von jeher zu einer umstrittenen Persönlichkeit. Er selber antwortete auf die Frage „Was ist deutsch?“ mit: „Auf dem Gebiete der Ästhetik und des kritisch-philosophischen Urteils läßt es sich fast zur Ersichtlichkeit nachweisen, daß es dem deutschen Geiste bestimmt war, das Fremde, ursprünglich ihm Fernliegende, in höchster objektiver Reinheit der Anschauung zu erfassen und sich anzueignen.“ (Richard Wagner, Was ist Deutsch?, 1865/1878)

