„In Christopher Rüpings Inszenierung von ‚Trommeln in der Nacht‘ funkelt Wiebke Puls innerhalb eines glänzenden Ensembles, egal welche Haltung, welche Spielweise sie einnimmt. Ob naturalistisches Reenactment, expressiv-komödiantisch oder als Klangkörper für Brechts Sprache. Immer begibt sie sich voll und ganz in ihre Rolle. Kompromisslos und mutig. Kurz: Wiebke Puls strahlt in allen Facetten. Diese schauspielerische Qualität zeigt sie seit Jahren als Ensemble-Mitglied der Münchner Kammerspiele, nun bereits unter drei grundlegend unterschiedlichen Intendanzen (Frank Baumbauer, Johan Simons, Matthias Lilienthal)“, so die Begründung der Jury.
Bertold Brechts Stück „Trommeln in der Nacht“ erzählt die Geschichte des Kriegsheimkehrers Andreas Kragler, der sich zwischen Revolution und Liebe entscheiden muss. Fast 100 Jahre nach der Uraufführung inszeniert Christopher Rüping das Drama neu. Alternierend werden zwei Versionen gezeigt: eine von Brecht und eine mit alternativem Ausgang nach Brecht. „In zwei Stunden gelingt dem Ensemble ein immens unterhaltsamer, berührender und bestärkender Abend über die Macht des Theaters, den Aufbruch in neue Zeiten und die Liebe als weites Feld“, so die Theatertreffen-Jury über die Inszenierung.
Seit 1997 vergibt 3sat als Medienpartner des Berliner Theatertreffens jährlich den 3sat-Preis für eine künstlerisch innovative Leistung an eine/n oder mehrere Künstler*innen aus dem Kreis der eingeladenen Ensembles. Bisherige Preisträger*innen waren unter anderen Milo Rau, Herbert Fritsch, Sandra Hüller und Christoph Schlingensief.
Die Schauspielerin und Sängerin Wiebke Puls, 1973 in Husum geboren, ging 1997 nach ihrer Ausbildung an der Hochschule der Künste in Berlin ans Schauspiel Hannover und wechselte drei Jahre später ins Ensemble des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg. Seit 2005 ist sie Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele, wo sie aktuell unter anderem in „Das Erbe“ von Ersan Mondtag, „Trüffel Trüffel Trüffel“ von Felix Rothenhäusler und „Point Of No Return“ von Yael Ronen zu sehen ist. Für ihre Rolle der Kriemhild in „Die Nibelungen“ wurde sie beim Theatertreffen 2005 mit dem Alfred-Kerr-Darstellerpreis ausgezeichnet.


