Basierend auf dieser Geschichte schrieb der türkische Lyriker und Dramatiker Turgay Nar 1996 innerhalb einer Nacht »Das Spiel der Schahrazad«. Anders als im über 1000 Jahre alten Originalmärchen gibt es in Nars Schauspiel kein Happy End, sondern den Zusammenbruch des Königreichs in einer apokalyptisch anmutenden Welt. Denn als die Sklaven beginnen, als Form subversiven »Protests« ihre jungfräulichen Töchter zu töten, kollabiert das marode gewordene System. Aus Mangel an Sklavinnen lässt sich der König nun die Tochter seines Wesirs, Schahrazad, ins Schlafzimmer führen. Um ihrem unausweichlich scheinenden Todesurteil zu entgehen, erzählt die kluge und mutige Frau dem König eine Geschichte, durch die er mehr über sich selbst erfährt, als ihm lieb ist.
Der in Istanbul lebende Autor Turgay Nar erzählt in großartigen poetischen Sprachbildern, aber auch mit hintersinnigem Humor eine spannende Geschichte über die Folgen zu großen politischen Ehrgeizes, die Grausamkeit unhinterfragter Rituale, die Macht subversiven Widerstands sowie eine Geschichte weiblicher Emanzipation.
Übersetzt von dem in Augsburg lebenden Regisseur und Übersetzer Ferdi Değirmencioğlu ist »Das Spiel der Schahrazad« in deutscher Sprache zu erleben.


