Don Karlos berät sich mit seinem Jugendfreund, dem Marquis von Posa, der ihn drängt, für seine Interessen zu kämpfen und seine unglückliche Liebe zu nutzen. Es entspinnt sich eine Serie von Intrigen, die Friedrich Schiller in "Don Karlos" meisterhaft auserzählt. Dazu gehören neben den Liebesverwirrungen die Pläne der Karrieristen der Macht, wie Herzog von Alba und Pater Domingo. Eine destruktive Mischung, in der ausgerechnet der Marquis von Posa eine zentrale Rolle spielt.
Friedrich Schiller schrieb mit Unterbrechungen diesen Vater-Sohn-Konflikt mit weltgeschichtlicher Auswirkung von 1783 bis 1787. Uraufgeführt zwei Jahre vor der großen Revolution, wechselte er dabei mehrfach die ästhetische Gestalt, vom bürgerlichen Trauerspiel zum Ideendrama. Gerade in der Figur des Posa rechnet Schiller mit der Aufklärung ab und zeigt, wie brüchig der Idealismus schon immer gewesen ist und wie gefährlich hehre Ziele sein können. "Don Karlos" nimmt in seinem Werk eine Scharnierstellung ein: zwischen Sturm und Drang und der Weimarer Klassik. Es ist auch Nachricht aus einer Zeit, die noch nicht so einen schmalen Begriff von Politik hatte, dass sie ihr die Liebe nicht zurechnete.

