Jean Paul Marat, führender Kopf der französischen Revolution und unerbittlicher Kämpfer für Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität, trifft auf den Zyniker Marquis de Sade, dem die menschliche Natur von Grund auf schlecht erscheint. Statt an Vernunft und Fortschritt glaubt er an radikalen Individualismus, an Lust, Grausamkeit und Sexualität – und lebt deren Schattenseiten vor. Im Hintergrund das empörte Volk, das im Kampf für Veränderung zu allem bereit ist.
Revolution und Raserei, Weltanschauungsduell und Showeinlagen, Inszenierung und Irrenanstalt – Peter Weiss’ Drama ist geschichtsphilosophische Reflexion und wahnwitziges Theaterspektakel zugleich. Nach seiner Berliner Uraufführung 1964 wurde es schlagartig zum internationalen Erfolg.

