Was ein leicht zu klärendes Missverständnis sein könnte, wächst sich zu einem unfassbaren Wirrwarr aus, denn in der zwielichtigen Absteige tauchen nicht nur nach und nach mit mehr oder weniger guten Absichten alle Mitglieder des Hausstandes der Chandebises auf, sondern auch ein Doppelgänger des Monsieur in Gestalt eines etwas angeschmuddelten Hotelbediensteten. Und es kommt, wie es kommen muss: Während Betten rotieren und Türen sich im Klippklapp öffnen und schließen, sieht sich der Diener plötzlich von einer Dame von Stand umschmeichelt und Monsieur Chandebise bezieht Prügel vom Hotelier. Sicherlich kann man Feydeaus 1907 in Paris uraufgeführte Komödie als Entlarvung der Doppelmoral des Bürgertums lesen, man kann hier aber auch einfach nur Spaß haben!
„Der Irrsinn hat Methode! Wenn man nichts mehr glauben kann, weiß man hinterher auch nicht mehr, wer man selber ist. Auf eine verrückte, turbulente Weise beweist das Feydeaus Komödie.“
(Uwe Eric Laufenberg)

