In dieser Familien-Saga stehen Männer aus drei Generationen in ihren unterschiedlichen (Arbeits-)Welten im Mittelpunkt – jeder hofft auf seine Art, alles richtig machen zu können und scheitert doch daran.
In »Die Koralle« ist es der Milliardär, der das Gaswerk hierarchisch leitet und sich mit seinem Sekretär einen Doppelgänger angestellt hat, um diesen bei öffentlichen Auftritten und Konflikten vorzuschicken. Als sein Sohn und seine Tochter ihn kritisieren und sich von ihm abwenden, sieht er nur noch einen Ausweg.
In »Gas I« übernimmt der Milliardärssohn: Er hat das Werk sozialisiert und die Arbeiter am Gewinn beteiligt. Als es am Tag der Hochzeit seiner Tochter zu einem Unfall kommt und die Fabrik explodiert, wird nach einem Schuldigen – dem Ingenieur – verlangt. Dessen für falsch gehaltene Berechnungen stimmen jedoch und der Milliardärssohn muss sich entscheiden.
In »Gas II« versucht ein Enkel des Milliardärssohns in der inzwischen verstaatlichten Fabrik, die nur noch für den Krieg produziert, die sinkende Produktivität der Arbeiter wieder zu steigern. Es kommt zum Aufstand und am Ende wird Giftgas produziert.
Bevor die neue brechtbühne im Gaswerk offiziell eröffnet wird, erwartet die Theaterbesucher ein außergewöhnliches Theaterereignis auf dem künftigen Kunst- und Kreativareal in Oberhausen. Regisseurin Antje Thoms, die in der vergangenen Spielzeit Hanoch Levins »Das Kind träumt« auf die brechtbühne brachte, wird Georg Kaisers in den Jahren 1917 bis 1920 entstandene »soziale Tragödie« im denkmalgeschützten Ambiente des sogenannten Kühlergebäudes inszenieren. Nach der Sanierung zieht die brechtbühne ins Ofenhaus. Das Kühlergebäude, in dem früher das heiße Rohgas abgekühlt wurde, diente nach der Stilllegung als Lagerraum und wird bis zur Fertigstellung der brechtbühne ebenfalls vom Theater genutzt. Weitere Gebäude werden für den Umzug der Künstlerinnen und Künstler vom Kulturpark West saniert.


