Xerxes gehört zu Händels letzten Opern und zeigt seinen ausgefeilten Spätstil. Die Oper ist eine bissige Persiflage auf die Sehnsüchte und den Größenwahn des Machthabers sowie auf eine in sich verstrickte Gesellschaft.
Am Ende der Oper wird der präpotente Herrscher in seine Schranken verwiesen und gelangt schmerzlich zu der Erkenntnis, dass seine Macht keine Gefühle steuern kann. Kann er denn wenigstens zum Glück bei seiner geliebten Platane zurückfinden?
Leonardo Muscato, italienischer Theaterautor und Regisseur, gibt mit Händels Oper sein Deutschlanddebüt. Für internationale Aufmerksamkeit sorgte seine 2017 in Florenz herausgekommene CARMEN, die, als „feministische Inszenierung“ charakterisiert, erstmals auf der Opernbühne das serielle Frauenmorden in Italien (femminicidio) thematisierte.