Als kompetente Führungskraft delegiert sie diese Aufgabe an den Referenten Martin Susman, der eine Idee entwickelt, die tatsächlich für Aufsehen sorgt – wenn auch nicht so, wie Fenia das im Sinne hatte.
Derweil berät ein Think Tank über die Zukunft Europas, zieht einer der letzten Überlebenden des Holocaust in ein Brüsseler Altersheim, geschieht ein Mord, der schneller vertuscht ist als der Kommissar die Ermittlungen aufnehmen kann, und läuft ein herrenloses Schwein durch die Straßen der belgischen Hauptstadt. Während EU-Beamtinnen und Beamte bilateral verhandeln und perfide Machtspiele initiieren, versanden Anträge und Ideen in bürokratischen Formalitäten. Ein Mörder flieht nach Polen, ein emeritierter Professor bereitet letzte Worte vor, und Vertreter der EU-Nationen scheitern an der Überwindung des Nationalismus, während Brüssel nach einem Namen für das Schwein sucht, das noch immer herumirrt!
Robert Menasse wirft in seinem mit dem Deutschen Buchpreis 2017 ausgezeichneten Roman einen spannenden, unterhaltsamen und zugleich bissigen Blick auf ein Europa, dessen Zusammenhalt durch nationalistische Bestrebungen ernsthaft gefährdet ist. Virtuos verknüpft der österreichische Erfolgsautor zahlreiche Biografien zu einem Reigen über Schuld und Ideale, Politik und Geschichte, über Bürokratie und Lobbyismus, Sehnsucht und Tod. Menasse gelingt dabei ein gleichermaßen leidenschaftliches wie kritisches Plädoyer für Europa und gegen das leichtfertige Aufgeben gemeinsam erzielter Errungenschaften. Ein Plädoyer auch gegen das Vergessen.
Bühnenfassung von Hermann Schmidt-Rahmer
Inszenierung Hermann Schmidt-Rahmer
Bühne Thilo Reuther
Kostüme Michael Sieberock-Serafimowitsch
Videografie Adrian Ganea
Dramaturgie Carola Hannusch


