Um Argan zur Einsicht zu bringen, bedarf es offenbar einer Schocktherapie. »Der eingebildete Kranke« ist Molières letztes Stück – und es entbehrt nicht der Tragik, dass der Autor, der auch sein eigener Hauptrollenspieler war, in der vierten Aufführung des Stücks einen Schwächeanfall erlitt und unmittelbar danach noch im Kostüm verstarb.
Der russische Regisseur Evgeny Titov, dessen Arbeiten u.a. in Wien und Düsseldorf überregionale Beachtung gefunden haben, führt erstmals Regie. In seiner Inszenierung des »Eingebildeten Kranken« geht es ihm um den existentiellen Kern von Molières Komödie: Titov und sein Hauptdarsteller Rainer Kühn gehen davon aus, dass eine Figur, die sich derart obsessiv zu reinigen und zu kurieren sucht wie Argan bei Molière, wirklich leiden müsse. Was aber ist das für eine Krankheit, die so tief sitzt, dass sie sich auch unter Zuhilfenahme von allen denkbaren Arzneien nicht zurückziehen will?
Die Bühne wird von Duri Bischoff (der u.a. häufig mit Christoph Marthaler gearbeitet hat) und Florian Schaaf gestaltet, das Kostümbild stammt von Eva Dessecker (die u.a. mit Klaus Michael Grüber, Luc Bondy und Andrea Breth gearbeitet hat).


