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Die Dreigroschenoper

Uraufführung/Premiere am 16. März 2019
„Die Dreigroschenoper“ ist Bertolt Brechts berühmtestes Werk, das mit durchschlagendem Erfolg die Bühnen der Welt eroberte und heute zu den weltweit meistgespielten Stücken zählt. Das Stück fängt den Zeitgeist ein, der von sozialen und politischen Widersprüchen geprägt war.

Auch wenn Brecht sehr gut von den Einnahmen aus seiner „Dreigroschenoper“ leben konnte, war ihm der Triumphzug seines Werkes suspekt. Auf die Frage, was den Erfolg ausmachen würde, antwortete er in einem Interview: „Ich fürchte, all das, worauf es mir nicht ankam: die romantische Handlung, die Liebesgeschichte, das Musikalische …“ Worauf es ihm denn angekommen sei, soll der Interviewer weitergefragt haben: „Auf die Gesellschaftskritik“, lautete die Antwort. Das Inszenierungsteam möchte verstärkt der gesellschaftskritischen Dimension des Werkes nachspüren. Brecht hat sie mit einem Satz auf den Punkt gebracht: „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.“

„Die Dreigroschenoper“ spielt bei den Ärmsten der Armen in der Londoner Unterwelt. Hier hat der Bettlerkönig Peachum das Sagen. Er verkleidet arme Leute als Bettler, schickt sie auf die Straßen und lebt von ihren „Einnahmen“. Wer es wagt, auf eigene Rechnung zu arbeiten, bekommt es mit Peachums Schlägern zu tun. Sein schärfster Konkurrent ist Macheath, genannt Mackie Messer, ein Mann, der über Leichen geht und beste Beziehungen zur Polizei unterhält. Als Peachum hört, dass ausgerechnet Macheath seine Tochter Polly entführt und geheiratet hat, schäumt er vor Wut und will ihn an den Galgen bringen. Mrs. Peachum indes will ihre Tochter mit List von dem Mann abbringen. Sie weiß, dass Mackie Messer ein notorischer Frauenheld ist und rechnet damit, dass er trotz seiner jungen Ehe weiterhin bei den Huren von London sein Vergnügen suchen wird. Sie setzt bei den Prostituierten ein Kopfgeld auf ihn aus und richtig: Er wird verraten und soll gehängt werden.

Mackie Messer ruft den Leuten, die zu seiner Hinrichtung erschienen sind, zu: „Wir kleinen bürgerlichen Handwerker, die wir mit dem biederen Brecheisen an den Nickelkassen der kleinen Ladenbesitzer arbeiten, werden von den Großunternehmern verschlungen, hinter denen die Banken stehen. Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie? Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank? Was ist die Ermordung eines Mannes gegen die Anstellung eines Mannes?“ Angesichts dieser Worte kann man kaum glauben, dass die „Dreigroschenoper“ schon 90 Jahre alt ist, so aktuell erscheinen die sozialen und wirtschaftlichen Missstände und die gesellschaftlichen Mechanismen, nach denen unsere kapitalistische Gesellschaft funktioniert, noch heute.

Elisabeth Hauptmann machte Bertolt Brecht 1927 auf John Gays „The Beggar‘s Opera“ (1728) aufmerksam und übersetzte sie. Brecht, damals gerade erst 30 Jahre alt, bearbeitete zusammen mit Kurt Weill den Stoff neu. Ernst Josef Aufricht, ein Theatermann mit Gespür fürs Außergewöhnliche, eröffnete seine Intendanz am Berliner Theater am Schiffbauerdamm mit der Uraufführung der „Dreigroschenoper“, die zum großen Triumph geriet und den Grundstein für Brechts Weltruhm legte. In seinen Memoiren begründete Aufricht den Erfolg mit der „genialen Mischung aus geistigem und elementarem Theater. ‚Die Dreigroschenoper‘ besaß alle Ingredienzien eines bedeutenden Bühnenwerks: sie war aktuell und doch zeitlos, ein Volksstück und dabei doch intellektuell, dramatisch und melodramatisch, tragisch und komisch. Und die Musik, die konnte man einfach nicht vergessen.“

Mitwirkende

Matthias Mosbach(Schauspieler/in)
Dagmar Pecková(Schauspieler/in)
Ute Lemper(Sänger/in)
Katja Riemann(Schauspieler/in)
Frank London(Musiker/in)
Katharina Thalbach(Schauspieler/in)
Nils Landgren(Musiker/in)
Karl-Heinz Steffens(Musikalische Leitung)
Helen Schneider(Sänger/in)
Heiko Lippmann(Musikalische Leitung)
Ulv Jacobsen(Bühnenbild)
Barbara Buck(Choreografie)
Mirjam Meuser(Dramaturgie)
Oliver Firit(Schauspieler/in)
Stefan Eichberg(Schauspieler/in)
Angelika Bartsch(Schauspieler/in)
Stella Goritzki(Schauspieler/in)
Tobias D. Weber(Schauspieler/in)
Judith Lilly Raab(Schauspieler/in)
Malin Kemper(Schauspieler/in)
Frank Lienert-Mondanelli(Schauspieler/in)
Anjo Czernich(Schauspieler/in)
Lucas Janson(Schauspieler/in)
Gabriel Kemmether(Schauspieler/in)
Mirjam Kuhn(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Samstag, 16. März 2019 (Premiere / Uraufführung)

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