Der 42-jährige Jules Massenet wurde mit Manon über Nacht zu einem der führenden Opernkomponisten Frankreichs. Mit dem Stoff bediente er die Vorliebe der Belle Époque für gefallene Mädchen und Kindfrauen und schuf dem männlichen Publikum seiner Zeit ein Wunschbild eigener, unterdrückter Lüste. Die Figur der Manon ist schön und gefährlich, unschuldig und manipulativ, beschützenswert und verachtenswert. Ihr verfällt der junge Des Grieux, der – fremdbestimmt durch seinen Vater – in Manon ein freieres Leben in der Liebe zu finden glaubt. In seiner in vielen Farben schillernden Komposition thematisiert Massenet die Struktur des Begehrens, das keine Erfüllung findet.
Die junge französisch-dänische Sopranistin Elsa Dreisig, Gewinnerin des bedeutenden französischen Gesangspreises «Victoire de la musique» und des «Operalia», verkörpert Manon. Den Des Grieux verkörpert mit Piotr Beczala einer der zurzeit gefragtesten Tenöre. Marco Armiliato leitet die Philharmonia Zürich; für die Inszenierung zeichnet der holländische Regisseur Floris Visser verantwortlich, der sich am Zürcher Opernhaus bereits mit der Familienoper Der Zauberer von Oz vorgestellt hat.
Libretto von Henri Meilhac und Philippe Gille nach einer Vorlage von Abbé Prévost. In französischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Werkeinführung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

