Die Beschäftigung mit dem literarischen Stoff wird in vorbereitenden Workshops beginnen und in eine intensive gemeinsame Probenphase mit allen Beteiligten münden, in der auch die Theaterfassung erarbeitet wird. Horváths Text hat bis heute nicht an Aktualität und Brisanz verloren. Er zeichnet das Bild einer orientierungslosen, verrohten und dabei hilflos alleingelassenen Jugend im Spannungsfeld von Zivilcourage und Mitläufertum, Empathie und Gefühllosigkeit.
Es geht um einen Lehrer, der seine Schüler nicht für fremdenfeindliche Äußerungen kritisieren kann, ohne seine Anstellung zu riskieren. Es geht um Eltern, die ihren Kindern diese Feindseligkeit einimpfen. Es geht um ein politisches System, das den Eltern dieser Kinder mit Sanktionen droht, würden sie diese nicht nach propagandistischen Richtlinien erziehen. Und um Schüler, die über die Auslöschung eigener Überzeugungen, Moral und Werte kalt und empfindungslos werden und zwischen Wahrheit und Lüge, Gut und Böse nicht mehr unterscheiden können. Ist das eine Albtraumvorstellung aus grauen Vorzeiten, ein düsteres Zukunftsbild oder vielleicht schon Realität der Gegenwart? Dieser Frage wollen wir zusammen mit jungen, engagierten Menschen in dieser theatralen Erkundung nachgehen.
Dominic Friedel arbeitete als Hausregisseur am Nationaltheater Mannheim. Er inszeniert u. a. am Schauspiel Stuttgart, am Konzert Theater Bern und am Schauspielhaus Graz. Dem Bonner Publikum ist Dominic Friedel u. a. durch Philipp Löhles 'Der Wind macht das Fähnchen' bekannt.
Ein Theaterprojekt mit Schülern und Schauspielern des Ensembles, Regie Dominic Friedel.


