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Die Krönung der Poppea

in Opernhaus Hannover
Uraufführung/Premiere am 07. Juni 2019
In einer Welt, in der moralische Grundsätze ihre Bedeutung verloren haben, findet Amor einen Gleichgesinnten in dem römischen Kaiser Nero. Während sich Macht und Leidenschaft vermischen, entfaltet sich eine skrupellose Liebe, die keine moralischen Prinzipien anerkennt.

In einer Welt, in der moralische Grundsätze ihre Bedeutung verloren haben, findet Amor einen Gleichgesinnten – wie er selbst ein herrschsüchtiges Kind, das verehrt und angebetet werden möchte, das sich gegen ältere Autoritäten auflehnt und seine Launen frei und skrupellos auszuleben sucht: der römische Kaiser Nero. Obwohl mit Ottavia verheiratet, hat er sich unsterblich in die wunderschöne Poppea verliebt, die nun ihrerseits ihre alte Liebe Ottone zurückweist, weil sie nicht nur scharf auf Nero, sondern auch auf die kaiserliche Macht ist. Und weil sich auch die eifersüchtige Ottavia nicht gerade zimperlich im Umgang mit Menschenleben erweist und sich mit Ottone gegen Poppea verschwört, findet man schnell einen Grund, sie und alle Widersacher loszuwerden.

Nur Neros Lehrer Seneca, der Philosoph und Vertreter einer stoischen, leidenschaftslosen und rationalen Weltsicht, versucht als einzige moralische Instanz in das Geschehen einzugreifen und seinen Zögling auf die rechte Bahn zurückzuführen. Doch seine hehren Grundsätze von einem vernunftbestimmten und gerechten Herrschertum verhallen als leere Worthülsen in einem Raum entfesselter Leidenschaften.

Als eine der bedeutendsten Opernschöpfungen des 17. Jahrhunderts ist »Die Krönung der Poppea« die Apotheose einer skrupellosen Liebe jenseits von Gut und Böse, einer Liebe, für die moralische Prinzipien keine Gültigkeit mehr haben. In ihrer Ambivalenz, in der der Konflikt zwischen Moral, Vernunft und einer Leidenschaft, die auf ihrem Recht beharrt, letztlich ungelöst bleibt, erweist sich die bis heute nicht verblasste Modernität dieser Oper, die erstmals in der Musikgeschichte nicht mythologische Gestalten auf die Bühne bringt, sondern leibhaftige Menschen. Die Abkehr von allegorischen Bedeutungen und moralischen Belehrungen und die Hinwendung zum Einzelschicksal und zum individuellen Handeln in seiner Triebhaftigkeit findet seine Entsprechung in der ausdifferenzierten musikalischen Gestaltung, die das Innenleben der Personen in seinen feinsten Schwankungen nachvollzieht. Dadurch wird das Spannungsverhältnis zwischen Machtstrukturen und der Utopie einer grenzenlosen Freiheit betont, die letztlich doch ungreifbar bleibt, weil der Weg dorthin über Leichen führt.

Mitwirkende

Howard Arman(Musikalische Leitung)
Dirk Becker(Bühnenbild)
Stephan von Wedel(Kostümbild)
Mathias Brühlmann(Choreografie)
Susanne Reinhardt(Lichtdesign)
Klaus Angermann(Dramaturgie)
Stella Motina(Sänger/in)
Monika Walerowicz(Sänger/in)
Julie-Marie Sundal(Sänger/in)
Josy Santos(Sänger/in)
Daniel Eggert(Sänger/in)
Ania Vegry(Sänger/in)
Ylva Stenberg(Sänger/in)
Sung-Keun Park(Sänger/in)
Uwe Gottswinter(Sänger/in)
Jonas Böhm(Sänger/in)
Edward Mout(Sänger/in)

Spielzeiten

Freitag, 07. Juni 2019 (Premiere / Uraufführung)
Donnerstag, 13. Juni 2019
Samstag, 15. Juni 2019
Mittwoch, 19. Juni 2019
Mittwoch, 26. Juni 2019
Sonntag, 30. Juni 2019
Dienstag, 02. Juli 2019

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