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Die Physiker

in Schauspielhaus Graz
Uraufführung/Premiere am 18. Oktober 2019
Im Privatsanatorium „Les Cerisiers“ versucht Fräulein Doktor Mathilde von Zahnd, ihre drei ungewöhnlichen Insassen zu betreuen: Einstein, Möbius und Newton. Doch als ein schreckliches Unglück geschieht, wird die vermeintliche Verrücktheit der Physiker zur echten Gefahr.

Und auf rätselhafte Weise ereignet sich Ähnliches kurz darauf noch einmal: Einstein erwürgt Schwester Irene mit dem Kabel einer Stehlampe. Ist Schwester Monika, die Möbius betreut, in Gefahr? Die Polizei ermittelt. Dabei ist die Entdeckung, die Möbius gemacht hat, eigentlich die weit größere Gefahr. Denn Möbius ist gar nicht psychisch krank, sondern versteckt sich nur in der Klinik, weil er eine bahnbrechende Formel gefunden hat, die auf einen Schlag die Welt vernichten könnte. Und hinter ihm und seiner Formel sind bereits die Geheimdienste rivalisierender Staaten her.

Der Kalte Krieg hatte die Welt zur Entstehungszeit des Stückes Anfang der 60er Jahre in eine hochbrisante Lage gebracht. Dürrenmatt reagierte auf diese Situation mit einer Groteske, die eigentlich ein Agententhriller ist, der auch aufgrund seiner Unterhaltsamkeit ein Welterfolg wurde – ein halbes Jahr übrigens, bevor der erste Bond-Film „Dr. No“ erschien.

Heute fasziniert vor allem die wissenschaftsphilosophische Dimension des Stückes: Die Metapher des „Irrenhauses“, in das sich ein verantwortungsbewusster Mensch der Wissenschaft freiwillig einsperren müsste, weil er nur dort die Freiheit hat zu denken, was er zu denken in der Lage ist. Denn sobald Profitinteressen anstehen, wird es immer jemanden geben, der das reine Wissen missbraucht und dass die Erde dabei drauf gehen könnte, ist den Profiteur*innen bekanntlich egal.

Zur Regisseurin
Claudia Bossard, geboren 1985 in Zug, Schweiz, studierte Literatur- & Theaterwissenschaft an der Universität Bern. Nebst Inszenierungen in der freien Szene Schweiz, arbeitet sie als Dramaturgin für VOR ORT & deRothfils und war Mitglied im Tojo Theater Kollektiv. In ihrer Assistenzzeit am Konzert Theater Bern inszenierte sie 2015 Rodrigo Garcias „Picknick auf Golgatha“ als deutschsprachige Erstaufführung. Für die folgenden zwei Spielzeiten wechselte sie mit Iris Laufenberg als Regieassistentin an das Schauspielhaus Graz, wo die Österreichische Erstaufführung von Henriette Dushes „lupus in fabula“ entstand, die 2016 zum NachSpielPreis an den Heidelberger Stückemarkt und an die Autorentage Berlin eingeladen wurde.

Es folgten für das Tojo Theater Bern Gogols „Der Revisor“, Ingeborg Bachmanns „Der gute Gott von Manhattan“ kombiniert mit dem Briefwechsel „Herzzeit“ am Schauspielhaus Graz und „Perfect Wives“, in Anlehnung an Ira Levins „Die Frauen von Stepford“ am Theater Osnabrück. In der vergangenen Spielzeit inszenierte sie „Romulus der Große“ von Friedrich Dürrenmatt an der Kunsthochschule Graz. Die Produktion wurde zum 30. Bundeswettbewerb deutschsprachiger Schauspielstudierender im Deutschen Theater Berlin eingeladen und dort von der Jury mit dem Förderpreis für herausragende Ensembleleistung ausgezeichnet. Darüber hinaus zeichnet Claudia Bossard verantwortlich für die Inszenierung „2666“ nach dem Roman von Roberto Bolaño, die zu den Hessischen Theatertagen 2019 eingeladen wurde.

Im Mai 2018 war sie Stipendiatin am Internationalen Forum des Berliner Theatertreffens. Am Schauspielhaus Graz inszenierte Bossard des Weiteren „Der Gute Gott von Manhattan“ von Ingeborg Bachmann, die Österreichische Erstaufführung von „Bilder von uns“ von Thomas Melle und in der vergangenen Spielzeit das von Clemens J. Setz eigens für das Schauspielhaus Graz geschriebene Stück „Erinnya“; die Produktion wurde im Mai 2019 zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen.

Tickets
T 0316 8000, F 0316 8008-1565, E tickets@ticketzentrum.at
www.schauspielhaus-graz.com

Mitwirkende

Andri Schenardi(Schauspieler/in)
Matthias Ohner(Schauspieler/in)
Frieder Langenberger(Schauspieler/in)
Julia Richter(Schauspieler/in)
Tamara Semzov(Schauspieler/in)
Sarah Sophia Meyer(Schauspieler/in)
Alice Peterhans(Schauspieler/in)
Anna Tropper-Lener(Schauspieler/in)
Paul Öllinger(Schauspieler/in)
Oliver Chomik(Schauspieler/in)
Beatrix Doderer(Schauspieler/in)
Susanne Konstanze Weber(Schauspieler/in)
Jennifer Weiss(Dramaturgie)
Frank Holldack(Kostümbild)
Elisabeth Weiß(Kostümbild)
Paul Öllinger(Musikalische Leitung)
Nina Stadler(Choreografie)
Viktor Fellegi(Lichtdesign)

Spielzeiten

Freitag, 18. Oktober 2019 (Premiere / Uraufführung)
Mittwoch, 23. Oktober 2019
Dienstag, 29. Oktober 2019
Mittwoch, 30. Oktober 2019
Mittwoch, 06. November 2019
Freitag, 08. November 2019
Samstag, 09. November 2019
Donnerstag, 21. November 2019
Freitag, 22. November 2019
Donnerstag, 12. Dezember 2019
Dienstag, 17. Dezember 2019
Freitag, 20. Dezember 2019
Dienstag, 31. Dezember 2019
Dienstag, 31. Dezember 2019

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