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Verschwindende Orte oder was uns retten kann

in Alte Feuerwache Köln
Uraufführung/Premiere am 31. Oktober 2019
Anhand des radikalen Verlustes, den der Abriss von 21 Orten im Zuge des rheinischen Braunkohleabbaus bedeutet, fragt die musiktheatralische Choreografie nach der Verhältnismäßigkeit der Brachialität des Tagebaus gegenüber der vermeintlichen Machtlosigkeit der Umsiedler*innen.
© Robert Oschatz

Mit biografischen Erzählungen, Fieldrecordings und einer im Prozess entstehenden Komposition erforscht das interdisziplinäre Künstler*innenteam, was die Kraft der Stimmen und Körper der vermeintlich Schwächeren gegenüber einer scheinbar unverrückbaren Macht alles vermag.

In Verschwindende Orte oder was uns retten kann treffen Schauspiel und Choreografie auf Neue Musik und einen Laienchor. Die musiktheatralische Choreografie folgt den Spuren der Widerstandsbewegung gegen den Braunkohle-Abbau im Rheinland. Anhand von biografischen Erzählungen werden unterschiedliche Positionen von Macht und Ohnmacht aufgezeigt.

In den kommenden Jahren sollen 21 weitere Orte dem Braunkohleabbau weichen. Sie befinden sich im Abriss- und Umsiedlungsprozess. Der Entmündigung und vermeintlichen Machtlosigkeit der Umsiedler*innen steht die brachiale und hybride Realität der Macht des Tagebaus gegenüber. Dabei wirkt sich der Braunkohleabbau nicht nur auf das Schicksal der Menschen an diesen Orten aus, sondern steht paradigmatisch für den Verlust von Kontrolle und Stabilität. Wie äußert sich Macht und was tragen wir dazu bei, sie zu stützen? Wie entsteht Widerstand? Was hält der menschliche Körper aus? Wie (lange) kann ich meine Stimme erheben, bis sie gehört wird?

Neue Musik, Schauspiel, Choreografie und ein Laienchor aus dem Umsiedlungsgebiet treffen aufeinander und machen die Radikalität von Abwesenheit und Präsenz, von Vergessen und Erinnern hör- und erfahrbar. Die Kraft der Stimmen, Körper und Erinnerungen schafft eine Utopie der vermeintlich Schwächeren. Und diese Kraft zeigt, was sie gegenüber einer scheinbar unverrückbaren Macht alles vermag.

Mit einer Jahresförderung von über 100 Millionen Tonnen ist das Rheinland das bedeutendste deutsche Braunkohle-Abbaugebiet. Braunkohlebagger schaufeln sich auf mehr als 175.000 Hektar Fläche in die Erde, zerstören Ackerflächen, uralte Wälder, Gewässer und Siedlungen, um Energie und Strom zu generieren. Es gibt in Deutschland keinen größeren Eingriff in die Natur. Braunkohle ist mit Abstand der umweltschädlichste Energieträger, denn kein anderer Brennstoff verursacht mehr CO2-Ausstoß.

Mitwirkende

Fiona Metscher(Schauspieler/in)
Ute Eisenhut(Sänger/in)
Nina Rühmeier(Dramaturgie)
Oxana Omelchuck(Komponist/in)
Sonia Franken(Choreografie)
Lena Thelen(Bühnenbild)
Eva Maria Müller(Bühnentechnik)
Anna Gaden(Sonstiges)

Spielzeiten

Donnerstag, 31. Oktober 2019 (Premiere / Uraufführung)
Samstag, 02. November 2019
Sonntag, 03. November 2019
Freitag, 13. Dezember 2019
Samstag, 14. Dezember 2019 (Derniere / Letzte Vorstellung)

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