Wie man mit seinem Schmerz fertig wird, wenn keiner mehr für ein Gespräch ans Telefon geht. Nur der verstorbene Vater der Frau, deren Leben zerstört wurde, tritt nach seinem Tod als winziges Pünktelchen wieder in ihr Leben, versucht sie zu trösten und zu beschützen. Maria Milisavljevic blickt in ihrem Stück »geteilt« aus mehreren Blickwinkeln in die Abgründe, die sich nach einer Vergewaltigung auftun. Schonungslos beschreibt sie die Einsamkeit, die Rachegelüste und die Selbstzweifel, die auf eine solche Tat folgen und leistet damit einen zarten, berührenden und poetischen Beitrag zur #MeToo-Debatte.
Maria Milisavljevic wurde 1982 in Arnsberg/Nordrhein-Westfalen geboren. Nach ihrem Studium der englischen Literatur und Kulturwissenschaften war sie als Regisseurin und Dramaturgin an Theatern in Deutschland, Kanada und Großbritannien tätig. In London promovierte sie über das Royal Court Theatre. Ihren Durchbruch als Dramatikerin hatte sie 2013 mit dem Stück »Brandung«, für das sie den Kleist-Förderpreis gewann. Ihr Stück »Beben« war das Siegerstück des Heidelberger Stückemarkts 2016. Milisavljevic lebt in Berlin und hat »Geteilt« als Auftragswerk geschrieben.
Regie: Moritz Beichl
Dramaturgie: Verena von Waldow
Bühne: Lukas Kötz
Kostüme: Lukas Kötz

