Mann beschreibt den Protagonisten Diederich Heßling als Beispiel eines bestimmten Typs Mensch in der Gesellschaft des deutschen Kaiserreichs: obrigkeitshörig, feige und ohne Zivilcourage. Ein Mitläufer und Konformist.
Der Regisseur und Theatermusiker Markolf Naujoks erarbeitete die Bühnenfassung und lässt sechs Schauspieler*innen die (Ab-)Gründe von Heßlings Entwicklung zum Prototyp eines »Untertans« erforschen. Er arbeitet seit 2013 regelmäßig am Theater und Orchester Heidelberg. Im Grunde seines Herzens ist Diederich Heßling unsicher. Nach oben hin duckt er sich vor der Obrigkeit, buckelt begeistert vor der Macht, dreht selbstgerecht das eigene Fähnchen nach jedem Wind und geht nebenbei über Leichen. Woher kommt diese Unsicherheit, diese Angst? Angst wovor? Und wie viel von den Ängsten dieses »Untertans« stecken in uns? Wer sind diese Feinde, vor denen wir uns glauben schützen zu müssen?
Rund hundert Jahre nach der Erstveröffentlichung des Romans ist Diederichs Lebensentwurf noch immer erschreckend erfolgversprechend – und im Klima eines erstarkenden Rechtspopulismus alles andere als ungefährlich.


