Manch einer bezeichnet den Inhalt von Verdis populärer Oper Il trovatore als den Gipfel der Absurdität. Eine Mutter, die ihr eigenes Kind in die Flammen wirft, zwei Brüder, die sich feindlich gegenüberstehen und um die Gunst derselben Frau rivalisieren – die Handlung ist monströs und absurd, aber gerade dadurch kann die Musik ihre volle Kraft entfalten.
Natürlich ist all dies monströs und absurd. Aber vielleicht ist die Oper nie näher bei sich als Gattung, als bei solch einer Geschichte. Denn: Je größer die Gefühle, je mehr die Handlung von der Sphäre des Gewöhnlichen und Alltäglichen geschieden ist, umso stärker kann sich die Musik entfalten und die emotionale Wahrheit hinter den geschilderten Vorgängen zum Glühen bringen.
Text von Salvadore Cammarano mit Ergänzungen von Leone Emmanuele Bardare nach dem gleichnamigen Drama von Antonio García Gutiérrez. In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln.