"Ists wirklich schon so spät?" Der vielfach preisgekrönte österreichische Dramatiker Ferdinand Schmalz hat Hugo von Hofmannsthals Spiel vom Sterben des reichen Mannes für das 21. Jahrhundert über- und neugeschrieben. Sein Jedermann ist kein "prächtiger Schwelger" mehr, wie ihn der Teufel bei Hofmannsthal nennt. Er ist ein knallharter Geschäftsmann neoliberalen Zuschnitts. Dass außerhalb seines Gartenzauns das Chaos tobt und das Kriegsrecht ausgerufen ist, schert ihn wenig. Zumindest im Moment. Auch er wird den Weg allen Fleisches gehen, allerdings mit wenig Hoffnung auf das Himmelreich: "erlöst oder nicht ist wirklich unerheblich."
Data Tavadze, Leiter des Royal District Theater in Tiflis und einer der herausragenden jungen Regisseure Georgiens, wird das Spiel rund um Geld, Macht und Tod in Szene setzen. Er arbeitet zum ersten Mal am Deutschen Theater.


