Das Stück entfaltet den uralten Konflikt zwischen Jung und Alt: Ist die Elterngeneration nicht bereit, ihre Macht abzugeben? Oder ist die Kindergeneration noch nicht reif, Verantwortung zu übernehmen? Nach seiner vielbeachteten Inszenierung des »Eingebildeten Kranken« inszeniert Regie-Shootingstar Evgeny Titov zum zweiten Mal in Wiesbaden.
Wassa Schelesnowa ist eine der ganz großen Figuren der russischen Dramenliteratur: eine Art Übermutter, die aus Sorge für ihre Kinder und den familieneigenen Betrieb zur Not auch über Leichen geht. In Wiesbaden wird diese starke und harte Frau von Leslie Malton verkörpert, die George Tabori einst seine Muse nannte und die einem großen Publikum spätestens seit dem »Großen Bellheim« ein Begriff ist.
Für seine Inszenierung der »Wassa Schelesnowa« hat der Regisseur Evgeny Titov eigens eine neue Übersetzung angefertigt, die Gorkis Sprachduktus möglichst nahe zu kommen versucht. Mit Gorki hat er sich bereits im vergangenen Sommer bei den Salzburger Festspielen beschäftigt, wo er dessen »Sommergäste« auf die Bühne brachte.
Evgeny Titov greift für »Wassa« wieder auf sein bewährtes Team zurück: auf die Bühnenbildner Duri Bischoff (einer der Stammbühnenbildner von Christoph Marthaler) und Florian Schaaf, die Kostümbildnerin Eva Dessecker (die noch mit dem legendären Klaus Michael Grüber gearbeitet hat) sowie den Musiker Moritz Wallmüller.

