„Mit diesen Fragen wurden fünf Autor*innen nach Dortmund eingeladen, und sie fanden spannende Orte und Geschichten. Der Abend beginnt am Schauspiel, dann bewegen wir uns in kleinen Gruppen in drei Stationen durch die Stadt, um gemeinsam auf dem Platz der Alten Synagoge den Abend zu beenden“, beschreibt Chefdramaturgin Sabine Reich die Entstehung der Texte und den Ablauf der Inszenierung.
Die Szenarien der Autor*innen sind vielfältig: Akın Emanuel Şipal gründet eine neue Republik: eine Republik der Dichter*innen und Denker*innen, die die Geschichten ihrer Herkunft einschreiben in ihre Zukunft. Der Text wird an der Katharinentreppe zwischen Stadtbibliothek und Fußballmuseum inszeniert. Ivana Sajko erzählt von der Ankunft und der Hoffnung auf eine Zukunft, die anders und besser sein soll als die Gegenwart. Recherchiert hat sie in der Nordstadt, das Publikum erlebt diese Geschichte am Hinterausgang des Hauptbahnhofs.
Mit Karosh Taha und ihrem Text gehen die Zuschauer*innen zum leerstehenden Hochhaus in die Kielstraße 26 und hören Geschichten aus der Zukunft und der Vergangenheit des Hauses. Am Platz der Alten Synagoge erinnert Sivan Ben Yishai in ihrem Text an die Zerstörung der Synagoge am Hiltropwall. Sie schlägt einen Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft und bis zum Neustart des Theaters. Luna Ali schließlich schafft mit ihrem Text eine Verbindung zwischen den Orten: mit ihr reist das Publikum durch die Stadt und die Zeit.
Und kein anderer als der mythologische Vogel Phönix, der für die ewige Wiederkehr und den Wandel steht, könnte besser durch Dortmund führen. Zusammen mit zwei magischen Stadtplaner*innen ist der Phönix Reiseleiter durch Zeit und Raum.
Regie führt die neue Schauspielintendantin Julia Wissert, für Bühne und Lichtdesign ist Joseph Wegmann verantwortlich (Mitarbeit: Christoph Buchegger und Elizaweta Veprinskaja), die Kostüme hat För Künkel entworfen, Komposition und Sound kommen von Justyna Stasiowska, Dominika Knapik ist verantwortlich für die Choreographie, Florian Hein für die Choreinstudierung und Daniela Sülwold und Tobias Hoeft für die Videos. Die Dramaturgie liegt bei Christopher-Fares Köhler und Sabine Reich.
Der Stadtspaziergang findet unter allen Vorsichtsmaßnahmen gemäß der Vorschriften zu Covid-19 statt, auf die Gesundheit der Zuschauer*innen wird geachtet. Wichtig für die Teilnahme an „2170“ sind bequeme Schuhe, gegebenenfalls wetterfeste Kleidung und Lust zu laufen. Proviant und Stadtplan werden gestellt.


