VR-Technik wurde im künstlerischen Bereich bisher nicht in diesem Umfang eingesetzt: Für jede/n Zuschauer*in steht eine VR-Brille bereit, mittels der das Publikum – neben dem klassischen Bühnengeschehen – auch an drei Stellen der Inszenierung für jeweils ca. zehn Minuten die Unterwelt aus der Perspektive des Orfeo erleben – in drei ganz unterschiedlichen, digitalen Szenerien.
Nachdem André Bücker sich auch in bisherigen Inszenierungen bereits intensiv mit Video und VR auseinandergesetzt hat, sah er in der Oper »Orfeo ed Euridice« einen künstlerischen Ansatzpunkt, um VR in einer noch viel weiterreichenden Dimension zum Einsatz zu bringen. VR erfüllt dabei eine dramaturgisch-inhaltliche Funktion: »Das konventionelle kollektive Theatererlebnis, bei dem das Publikum gemeinsam in einem Raum reale Darsteller*innen erlebt, wird aufgebrochen, sobald Orpheus in die Unterwelt reist. Jeder im Publikum kann nun per VR-Brille die Perspektive von Orpheus einnehmen, in die Unterwelt hinabtauchen und somit eine individuelle Perspektive in einer 360-Grad-Umgebung einnehmen.« Virtual Reality und klassisches Musiktheater verbinden sich zum immersiven Gesamtkunstwerk.
Die Heimspiel GmbH, die als Koproduzent an dieser Inszenierung mitarbeitet, war bereits an den Inszenierungen des Schauspiels »Die nötige Folter« und Jules Massenets »Werther« (beides 2019) am Staatstheater Augsburg beteiligt. Ebenso beteiligt sich das Stadttheater Ingolstadt an dieser umfangreichen Koproduktion.
Originalklang-Spezialist Wolfgang Katschner und Mitglieder der lautten compagney Berlin gestalten mit den Augsburger Philharmonikern den Orchesterpart der Oper.


