Iphigenie entkommt als junges Mädchen dem durch ihren Vater angeordneten Tod und lebt unter der Herrschaft von König Thoas auf Tauris. Als sie sein Heiratsangebot ablehnt, sinnt er auf Rache und plant, sie zu zwingen, Menschenopfer durchzuführen.
Als sich dann auch noch herausstellt, dass sich unter den Menschenopfern ihr Bruder Orest befindet, appelliert sie verzweifelt an Thoas und versucht, im Geiste von Menschlichkeit und Besonnenheit, Mitgefühl bei ihm zu wecken.
Familientragödie, Rachepläne und die Hoffnung auf Versöhnung – Goethes „Iphigenie auf Tauris“ zeigt einerseits das Menschenideal der Weimarer Klassik, andererseits die Konsequenzen von Kolonialismus in der Folge der europäischen Aufklärung und ist vor allem eins: Ein Plädoyer für den Humanismus.