Joachim Lux: „Das Ganze ist ein Experiment. Vielleicht ist es auch ein Pilotprojekt und nucleus für ein virtuelles europäisches Produktionshaus? Die Idee ist: Ganz Europa kommt nach Hause ins Wohnzimmer. Und Sie, das Publikum, sind eingeladen, eine „paneuropäische Theatercouch“ zu bilden. Egal wo Sie sind: Verabreden Sie sich mit Ihren lange vermissten Freunden im Ausland und schauen Sie sich Theater aus acht Ländern an – räumlich getrennt und doch zusammen. Und am Schluss prosten Sie sich zu, in Hamburg, Barcelona, Berlin, Paris, Stockholm oder Moskau... Vielleicht war es nie wichtiger als in dieser Zeit, in der wir nicht reisen können und unsere Arbeit vielerorts bedroht ist, ein Zeichen der Solidarität und Gemeinsamkeit zu setzen – nicht nur unter den Theaterschaffenden, sondern auch im Publikum.“
Die Inszenierungen, die von den beteiligten Theatern selbst ausgesucht wurden, sind jeweils in Orginalsprache mit englischen Untertiteln zu sehen. Weitere Informationen unter thalia-theater.de/lessingtage, thalia-theater.de/en/lessingtage, www.dramaten.se/lessingtage.
Das Online-Programm bietet eine Vielzahl von Livestreams, die verschiedene Themen und Geschichten behandeln. „Network“ zeigt eine dystopische Medienlandschaft, in der Meinungen Tatsachen übertrumpfen. Der gleichnamige Film von Paddy Chayefsky erhielt 1976 vier Oscars. Lee Hall adaptierte das Drehbuch für den Broadway in NYC. Am Thalia Theater übernimmt Wolfram Koch die Rolle des wütenden Propheten.
In „Paradies“ von Thomas Köck wird ein ICE gezeigt, der ungebremst durch Europa rast. Draußen ziehen Bilder von Ausbeutung und Selbstausbeutung im Zeitalter des Kapitalismus vorbei. Christopher Rüping inszeniert eine verdichtete Version von Köcks kompletter „Klimatrilogie“: „Der Text ist durchzogen von Bildern, von historischen und gegenwärtigen Realitäten, von realen Personen und Orten.“
Die Lessingtage digital: Stories from Europe werden gefördert von verschiedenen Stiftungen und Institutionen.


