In „Metamorphosen [overcoming mankind]“ beschäftigt sich Regisseurin Claudia Bauer mit den Verwandlungsgeschichten von Ovid. Gemeinsam mit dem Ensemble macht sie sich auf die Suche nach Erzählungen über das Menschsein und fragt, wie wir Zukunft anders als dystopisch denken können. Die Inszenierung konnte dank regelmäßiger Tests und erhöhter Vorsichtsmaßnahmen premierenreif gearbeitet werden. Das Regieteam produziert eine filmische Version der Inszenierung. Der Videostream ist für 24 Stunden on-demand abrufbar.
N ur eine Woche später: Livestream-Premiere von „Anthropos, Tyrann (Ödipus)“ nach Sophokles. Gemeinsam mit dem „Theater des Anthropozän“ – ein Projekt der Humboldt-Universität und des Alfred-Wegener-Instituts, das Kunst und ökologische Themen verschränkt – steigen Regisseur Alexander Eisenach und das Ensemble in die Tiefen von Mythos und Erdgeschichte. Als digitales Theaterexperiment in 360° revitalisieren sie die Geschichte um den fluchbeladenen Ödipus im Zeichen gegenwärtiger Krisen. Die Livestream-Premiere ist kostenfrei abrufbar. Auch ohne Extra-Equipment und VR-Brille können die Zuschauer*innen sämtliche Perspektiven im 360°-Raum erkunden und sich frei umschauen.
Darüber hinaus gibt es zwei Repertoire-Stücke in extra fürs Videostreaming gearbeiteten Versionen. Mit der Tragödie „Die Orestie“ nach Aischylos nahm Schauspieldirektor Thorleifur Örn Arnarrson das Publikum mit auf eine bildmächtige Reise zu den Wurzeln der europäischen Kultur und Demokratie. Die Inszenierung wird auf der Plattform Dringeblieben gezeigt. „Mourning becomes Electra“ („Trauer muss Elektra tragen“) von Eugene O’Neill übersetzt die Atriden-Saga in eine Soap im historischen Gewand des späten 19. Jahrhunderts. In der Inszenierung von Pınar Karabulut, die regelmäßig auf starke Frauenfiguren setzt, ist Paula Kober in der Titelrolle zu sehen.
Bereits am Samstag ist eine professionelle Video-Aufzeichnung von „Der Kaiser von Kalifornien“ zu sehen, ein „Western-Abenteuer, getrieben durch drei Jahrhunderte, geladen mit archetypischen Bildern und Figuren“, wie Regisseur Alexander Eisenach das große Ensemblestück in einem Interview beschrieb.
Fortgesetzt wird auch die Web-Serie „Rosa Kollektiv Oder: Aktiviere dein inneres Proletariat“. Für die Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung versammeln Regisseur Christian Filips und Autorin Luise Meier im Vorfeld des 150. Geburtstags von Rosa Luxemburg ein "Rosa Kollektiv". Immer donnerstags gibt es eine neue Folge.
Auch Jakob Augstein lädt zu einer neuen Ausgabe der Reihe „2 um 8“ ein. Mit dem Soziologen Heinz Bude und der Autorin Karin Wieland spricht er über „Protest und Widerstand“. Ausgehend von dem gemeinsam geschriebenen Roman „Aufprall“, der das Kreuzberg der 1980er Jahre beschreibt, diskutieren sie, worin sich heutige Aktivist*innen von denen der 80er Jahre unterscheiden.
Übrigens: Auf „Volksbühne digital“ finden Sie eine Vorschau sowie ein Archiv des digitalen Programms.


