Sterbende Väter in Krankenhausbetten. Zu ihren Füßen die Kinder, verstrickt in ihr Erbe, das Zukunft verschließt anstatt zu eröffnen. Das Altes wiederholt statt auf Anderes zu verweisen. Und ein Monolog, der von Allzuständigkeit und Überforderung der Politiker ebenso viel erzählt wie von der Einsamkeit des sprechenden Ichs und der Sehnsucht nach einem Anderen. Die Szenen und Bilder, die Sebastian Hartmann mit seiner Inszenierung Lear nach William Shakespeare und Die Politiker von Wolfram Lotz vor knapp zwei Jahren aufrief, erscheinen heute, in pandemischen Zeiten, irritierender und gegenwärtiger denn je.
Angesichts der momentanen Unmöglichkeit, analog zu spielen, begegnen der Regisseur und sein Ensemble ihrer Inszenierung noch einmal neu und transformieren sie in einen Livestream. Der Stream ist auf dringeblieben.de zu sehen.


