„Die Seidentrommel. Ein modernes Nō-Spiel“ ist inspiriert von Yukio Mishima und basiert auf einem Text von Jean-Claude Carrière. Die Regie und Choreografie liegen in den Händen von Kaori Ito und Yoshi Oida, während die Musik von Makoto Yabuki stammt. Diese Produktion ist eine Koproduktion des Festival d'Avignon und Théâtre de la Ville, Paris und wird in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln präsentiert.
Die jüngste Theaterarbeit des legendären Schauspielers Yoshi Oida, der viele Jahre mit Peter Brook zusammenarbeitete, zeigt ihn gemeinsam mit der Tänzerin Kaori Ito. „Die Seidentrommel“ stellt sein theatrales Vermächtnis dar. Die Geschichte des japanischen Nō-Theaters wird durch die neue Adaption von Yukio Mishima und die Zusammenarbeit mit den beiden außergewöhnlichen Künstler*innen Kaori Ito und Yoshi Oida lebendig.
„Die Seidentrommel“ erzählt von einem alten Mann, der die Bühne eines Theaters reinigt und sich in eine Tänzerin verliebt. Diese junge Frau scheint unerreichbar, und ihre Begegnung mit einer japanischen Trommel führt zu tragischen Konsequenzen. Der alte Mann versucht vergeblich, einen Klang zu erzeugen, und begeht schließlich Selbstmord, nur um als lebendiger Geist zurückzukehren.
Das Stück verbindet gesprochenes Wort, Tanzszenen und die Klänge von Makoto Yabukis Perkussion zu einem eindringlichen Drama über Wünsche und Schuld.
Yoshi Oida, geboren 1933 in Kobe, Japan, kam nach einer Ausbildung in den Techniken des Noh und Kabuki-Theaters 1968 nach Paris. Neben seiner Arbeit mit Brook inszenierte er eigene Stücke, oft in Zusammenarbeit mit Tänzer*innen und Musiker*innen und inspiriert von japanischen und afrikanischen Geschichten. Oida führte auch bei mehreren Opern Regie, darunter Mozarts „Don Giovanni“.
Die Festrede wird von Enis Maci gehalten, die als eine der interessantesten literarischen Stimmen ihrer Generation gilt. Sie hat „Literarisches Schreiben“ am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig studiert und ist Autorin mehrerer vielbeachteter Theaterstücke sowie des Essaybands „Eiscafé Europa“.
Ein weiterer Programmpunkt ist die Ausstellung „Ein faszinierender Plan“, die als Film präsentiert wird und für die Ruhrfestspiele entstanden ist. Zudem wird der „Erste Mai“ digital gefeiert, mit interaktiven Veranstaltungen und Lesungen, darunter Tupoka Ogettes Buch „Exit Racism“.
Am 8. Mai wird in Kooperation mit dem DGB die bekannte Schriftstellerin Anne Weber zu hören sein, die aus ihrem Werk „Annette ein Heldinnenepos“ lesen wird. Diese Lesung erinnert an das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Befreiung vom Faschismus.
Für die Ruhrfestspiele wird die Inszenierung „Die Akte Alan Turing“ als interaktives Live-Game angeboten, bei dem das Publikum in Gruppen aktiv werden kann, um dem Tod des Erfinders auf den Grund zu gehen.


