Der zockerhafte Deal mit Méphistophélès, dem Vertreter der Hölle, dient Faust zur Realisierung vergänglicher Werte wie Jugend, Geld und Schönheit, verbrämt durch die Schwingung des romantischen Gefühls, und lässt ihn in geistiger Zerrüttung enden.
Bei der musikalischen Neuerkundung dieses Werks durch den Kölner Generalmusikdirektor, Maestro François-Xavier Roth, werden erstmals musikalische Bestandteile sowie Dialogtexte zu hören sein, die Gounod zwar ursprünglich vorgesehen hatte, die jedoch bereits vor der Uraufführung kurzfristig nötig gewordenen Kürzungen zum Opfer fielen. Nachdem diese Passagen neulich erst wiederentdeckt und vom Bärenreiter-Verlag aufbereitet worden sind, vermittelt die nun verwendete Fassung erstmals den – unter Ausblendung aller späteren Kompromisse – ursprünglichen Wurf des Komponisten.
Johannes Eraths Inszenierung von Jules Massenets »Manon« aus der Spielzeit 2017.18 ist in Köln noch in Erinnerung. Mit Gounods Faust-Margarethe-Oper setzt er nun – erneut im Verbund mit Bühnen- und Kostümbildner Herbert Murauer – ein weiteres Standardwerk des französischen Repertoires in Szene.


