Die ältere ist die Küsterin, eine stolze Frau, der die Liebe zu einem unzuverlässigen Mann den sozialen Abstieg gebracht hat, die sich aber durch moralische Integrität Respekt erkämpfen konnte. Die jüngere ist Jenůfa, die Tochter jenes Mannes, die die Küsterin bedingungslos liebt und unbedingt vor einem ähnlichen Schicksal bewahren will.
Doch auch Jenůfa verliebt sich in einen attraktiven Nichtsnutz, wird schwanger vom Kindsvater verlassen und überschüttet das heimlich zur Welt gebrachte Kind trotzdem mit all ihrer Liebe. Regisseurin Eva-Maria Höckmayr inszeniert dieses psychologische Kammerspiel mit der Wucht einer antiken Tragödie und zeigt, wie die Handlungen der Küsterin unerbittlich befördern, was sie doch eigentlich verhindern will, bis Jenůfa diesen ewigen Kreislauf durchbricht.
In einer reduzierten Orchesterfassung von Matthew Toogood für Konzert Theater Bern.


