In seinem philosophischen Hauptwerk Tractatus logico-philosophicus argumentiert Ludwig Wittgenstein, dass uns, wenn es um das Wichtigste geht, die „Probleme des Lebens“, die Worte fehlen: „Es ist klar, dass sich die Ethik nicht aussprechen lässt.“ Für das, was um uns herum passiert, gebe es keine Sprache; besser wäre es also, zu schweigen. Die Abhandlung fordert uns auf, die Philosophie hinter uns zu lassen und einzusehen, dass die Probleme des Lebens zwar nicht ausgedrückt, aber gezeigt werden können. Man kann sie sozusagen auf einer Bühne sehen. Aber wozu dient dieses Theater? Hilft es uns, die Welt zu verändern? Oder wenigstens, sie zu verstehen?" (Dead Centre)
Das britisch-irische Regie- und Autorenduo Dead Centre stellte sich dem Wiener Publikum mit seiner Adaption von Sigmund Freuds Die Traumdeutung vor. Nun nähert sich das Duo dem bedeutendsten Wiener Philosophen und macht die Theaterbühne zum Schauplatz von Wittgensteins gescheitertem Traum, einer Welt, die mit Sätzen beschreibbar ist.
Regie: Ben Kidd & Bush Moukarzel
Bühne & Kostüme: Nina Wetzel
Videodesign: Sophie Lux
Sounddesign & Musik: Kevin Gleeson
Licht: Marcus Loran
Dramaturgie: Andreas Karlaganis
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„Pelléas und Mélisande“ von Maurice Maeterlinck erzählt von Mélisande, die auf der Flucht ist. Im Wald trifft sie auf den geheimnisvollen Witwer Golaud, der sie sofort heiratet und in sein Wasserschloss mitnimmt. Doch bei Golaud findet Mélisande nicht die ersehnte Seelenruhe, sondern gerät in eine düstere Traumlandschaft, in der sie von den Nebeln ihrer verdrängten Vergangenheit eingeholt wird. Grausamkeit und Gewalt sind in ihrer neuen Familie an der Tagesordnung. Doch zwischen all den Schrecknissen eröffnet sich ihr plötzlich und mit voller Wucht die Liebe des Pelléas.
Der amerikanische Regisseur Daniel Kramer fragt in seiner Bearbeitung von Maurice Maeterlincks (1862–1949) symbolistischem Hauptwerk in intensiven Bildern nach der Struktur traumatischer Erfahrung. Er erzählt Mélisandes Geschichte sensibel, zwischen Märchen und antiker Tragödie – mit allen Höhen und Tiefen: als Suche einer Frau nach weiblicher Stärke und selbstbestimmter Lust.


