Spontan entspinnt sich neben zarten Annäherungen eine kleine Revolte, und so kommt es nicht nur zu zwei unerwarteten Verlobungen, sondern auch zu einem Todesfall. Weinberg, den man vor allem in Verbindung mit seiner Oper „Die Passagierin“ kennt, zeigt sich in „Masel Tov!“ von seiner komischen Seite, ohne dabei die Melancholie aus den Augen zu verlieren: Klezmermelodien kombiniert mit Walzer-, Polka- und Galoppformen aus der jiddischen Musiktradition verleihen der Partitur eine ganz eigene Farbe und ein teilweise halsbrecherisches Tempo.
Heike Scheele nimmt mit detailreicher Bühne und Kostümen das Publikum mit in die Küche einer herrschaftlichen Villa des vergangenen Jahrhunderts. Unter der musikalischen Leitung von Ralf Lange sind Lavinia Dames als Dienstmädchen Fradl, Kimberley Boettger-Soller als Köchin Bejlja, Roman Hoza als Diener Chaim und Norbert Ernst als fliegender Buchhändler Reb Alter zu erleben. Heidi Elisabeth Meier gibt die hochherrschaftliche Madame. Es spielen die Duisburger Philharmoniker.
In der Opernwerkstatt gibt die Dramaturgin Anna Grundmeier im Gespräch mit Philipp Westerbarkei und Ralf Lange Einblick in die Produktion. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zu einem halbstündigen Probenbesuch. Der Eintritt ist frei.


