Die Frage nach Toleranz ist seit Lessings „Nathan der Weise“ bis heute komplex, insbesondere im Kontext der drei großen monotheistischen Religionen. Herbert Marcuses These, dass Toleranz auch in Repression umschlagen kann, wird in dieser Inszenierung aufgegriffen.
Zaimoglus und Senkels neue Version des Nathan-Stoffes beschreibt auf der Basis einer scheinbar fiktiven Realität den alten Grundkonflikt der religiösen Zugehörigkeiten, die von der Frage der politischen Macht nicht abzutrennen sind. Die Inszenierung von Philipp Preuss deutet die Erfindung des Monotheismus als Erfindung des Patriarchats, die Vertreter der drei Weltreligionen werden von drei Schauspielerinnen gespielt.
Eine Kooperation mit dem Ringlokschuppen Ruhr/Theaterallianz vier.ruhr