Es ist höchst umstritten, Menschen zu optimieren. Denn wie schaut eine Welt aus, wenn alle Menschen 140 Jahre alt werden, schlau und gemäß der Gesellschaft schön ausschauen? Als Inspirationsquellen dienen Dennis Schwabenland Wissenschaftler, Philosophen, Historiker, Transhumanisten, Hollywood Filme, Mangas und Shakespeare.
2020 erhielten Jennifer Doudna und Emmanuelle Charpentier den Nobelpreis für Chemie. Sie hatten das Verfahren Crispr/Cas9 entwickelt, mit dem man die DNA von Menschen zerschneiden und neu zusammensetzen kann. Eine Revolution. Am Ende sieht das veränderte Erbgut aus, als sei es auf natürliche Weise mutiert. So kann niemand später nachweisen, dass hier Menschen am Werk waren und der Evolution nachgeholfen haben. Der chinesische Genetiker He Jiankui nahm 2018 für sich in Anspruch, mit der Crispr/Cas9-Methode Embryonen gezüchtet zu haben, die immun gegen Aids seien. Er kam für diese Experimente ins Gefängnis - sein Beispiel zeigt aber, dass inzwischen machbar ist, was bis vor kurzem je nach Ansicht noch Utopie oder Dystopie war: Den Menschen vorgeburtlich zu optimieren. 2019 war Schwabenland auf Recherchereise in Japan und hat sich dabei mit neuen Technologien wie künstlicher Intelligenz, Robotik, Computertechnologien auseinandergesetzt und diverse Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu diesen Themen interviewt.
In seinem Theaterstück denkt der Autor und Regisseur diese Möglichkeiten weiter: Mit Musik, Puppenspiel, Film und digitaler Kommunikation schafft er eine Welt, die wir zwar noch nicht kennen, in der wir mit dem aktuellen Forschungsstand von Medizin und Technik aber schon bald leben könnten. Macht Optimierung glücklich? Hier sei der Historiker Yuval Harari zitiert, der eine wichtige Quelle für den Entwurf des „Brave New Life“ ist: „Medizin und Technik werden uns zu gottgleichen Wesen machen – aber wenn die Menschen ihr Denken nicht ändern, werden wir ziemlich unzufriedene Götter sein.”


