Die Auswirkungen der heutigen Technik auf Jugendliche sind nicht nur von Vorteil. Die Kinder und Jugendlichen wachsen mit Smartphones und Tablets auf. Sie werden durch die „technischen Wunder“ wie Facebook, Instagram und Computerspiele in eine unreale Welt hingezogen und werden zu sogenannten „Computer-abhängigen Menschen“. Die Figur Olympia in E.T.A. Hoffmanns „Der Sandmann“ weist auf den „idealen Menschen“ hin, der über keine Emotionen verfügt und gesteuert wird. Das Internet fasziniert die Jugendlichen dermaßen, dass sie dieser Technik vertrauen und ohne sie gar nicht mehr in der Lage sind zu leben. Unser Ziel wäre es, die Jugendlichen darauf hinzuweisen, dass all diese erfundenen sozialen Medien eigentlich nur eine Scheinwelt sind.
Die Jugendlichen, die unsere zukünftige Gesellschaft ausmachen, werden immer mehr von Maschinen abhängig und können ohne sie kaum noch existieren. Der von der „unglaublichen Technik“ gesteuerte Mensch verliert immer mehr an Emotionen und Wahrheitsgefühl. Das Stück soll darauf aufmerksam machen, dass der Mensch kein Roboter wie Olympia ist, sondern Gefühle hat, Fehler machen darf und nicht „perfekt“ sein muss. Die Medien, die von den Kindern und Jugendlichen wie eine reale Welt gesehen werden, sind eine Imagination, die es eigentlich nicht gibt! E.T.A. Hoffmanns weltberühmtes Schauermärchen thematisierte schon im 18. Jahrhundert das Verhältnis von Mensch und Maschine.
Der Sandmann soll in der von der Autorin Esin Eraydin eigens für das Theater Tiefrot erarbeiteten Bühnenfassung nicht nur die Aufmerksamkeit der Schüler auf dieses wichtige Stück Weltliteratur wecken. Eine für diesen Text eigens vom Pianisten Daniel Sojunow komponierte Musik mit vielen von den Schauspielern gesungenen Songs wird live zu hören sein, unterstützt von Videoarbeiten, die für diese Aufführung erstellt wurden, denn das immer wiederkehrende Motiv der Augen steht hier als wichtiges Symbol für die Vermischung von Wirklichkeit und Wahn.


